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Paul Klees Flucht über den Bodensee
Paul Klees Aquarell „mit der sinkenden Sonne“ aus dem Jahr 1919. Foto: Gerda Meier-Grolman
Kunst

Paul Klees Flucht über den Bodensee

Es gibt viele Verbindungslinien zwischen dem Maler und Lindau, wie eine Ausstellung zeigt.

01.04.2017
  • BURKHARD MEIER-GROLMAN

Lindau. Wieder hat der Ausstellungskurator Roland Doschka sein mit hochkarätigen Kunstsammlern verknüpftes Netzwerk aktiviert und wieder haben wir eine – mit sage und schreibe 45 bild- und farbkräftigen Preziosen aus der Werkstatt des Paul Klee bestückte – Klassiker-Sommerschau im Lindauer Haus zum Cavazzen.

Die imposanten Leihgaben kommen unter anderem aus dem Berggruen-Museum in Berlin-Charlottenburg, aus dem Klee-Zentrum in Bern, aus der Sammlung Rosengart in Luzern, aus der Sammlung Deutsche Bank und Sammlung Würth, aus dem Nachlass von Erich Heckel und ja, diese von Paul Klee 1925 so liebevoll auf Bütten skizzierte und sanft mit Wasserfarben betupfte und bespritzte Sängerin der komischen Oper, die hängt normalerweise im Ulmer Museum.

Also ein Ulmer Klee-Blatt in Lindau, da haben wir sie schon, die Verbindungslinien zwischen der Familie Klee und Lindau. Klee-Sohn Felix war von 1933 bis 1937 Opernspielleiter am Ulmer Stadttheater, mit dem Ulmer Ensemble gastierte er in Lindau und schickte von dort Postkarten an seine Eltern ins Schweizer Exil.

Für Paul Klee war Lindau eine häufige Zwischenstation zwischen München und Bern für die Treffen mit seiner späteren Frau Lily, über Lindau führte beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs der Weg von Klees Künstlerkollegen des Blauen Reiters in die Emigration und Paul Klee selbst war 1919 nach der Niederschlagung der Bayerischen Räterepublik zur Flucht von Lindau aus über den Bodensee in die Schweiz gezwungen, weil er damals dem „Aktionsausschuss revolutionärer Künstler“ angehörte.

Man sollte aber nicht vergessen, sich ganz auf die Aquarelle und Federzeichnungen des Großmeisters Paul Klee einzulassen. Denn hier darf man völlig risikolos in ein Mal-Universum eintauchen, das einen in seinen vielen Verästelungen wie in einem Labyrinth gefangen hält und das einen auch so schnell nicht mehr daraus entlassen wird.

Burkhard Meier-Grolman

Info „Paul Klee – Bilderwelten zwischen Himmel und Erde“ bis 27. August im Lindauer Haus zum Cavazzen.

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01.04.2017, 06:00 Uhr

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