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Kriegsgerät beim Apec-Gipfel

Pazifik-Anrainer beraten in Manila über Handel und Kampf gegen Terrorismus

Die Terrorgefahr ist auch beim Apec-Gipfel präsent. Die Philippinen rüsten sich. Beim Konfliktthema Südchinesisches Meer schlägt US-Präsident Obama mit Finanzhilfen für Chinas Widersacher neue Pflöcke ein.

18.11.2015
  • DPA

Manila Solidarisch mit Frankreich ist der Eingang zum Pressezentrum des Asien-Pazifik-Gipfels in der philippinischen Hauptstadt Manila in blau-weiß-rot erleuchtet. "Wir stehen Schulter an Schulter", steht auf einem elektronischen Laufband. Das Thema Terror drängt sich heute auch auf die Tagesordnung der 21 Länder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec), die eigentlich immer nur über Handel reden. Auch der anschließende Ostasiengipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) mit US-Präsident Barack Obama und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beschäftigt sich damit.

Paris ist zwar weit weg, der Nahe Osten auch, aber Südostasien hat ein heimisches Terrorproblem. Abu Sayyaf und Jemaah Islamiah sind Terrororganisationen, die hunderte Menschen auf dem Gewissen haben. Im Süden der Philippinen verüben sie seit Jahren Anschläge und entführen Ausländer zur Erpressung von Lösegeld. Im muslimischen Süden Thailands haben Extremisten in knapp zehn Jahren mehr als 6200 Menschen umgebracht. Indonesien, mit 250 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt, terrorisierten sie vor zehn, fünfzehn Jahren mit verheerenden Anschlägen.

Der 2009 getötete Terrorführer Noordin Top kam aus dem muslimischen Malaysia. Dort wurden am Montag fünf Männer unter dem Verdacht festgenommen, einen Anschlag auf den Asean-Gipfel Ende der Woche in Manila geplant zu haben. Zum Schutz der Veranstaltungen haben die Philippinen demonstrativ Kriegsgerät aufgefahren.

Derweil ging Obama nach dem Schulterschluss der Mächtigen gegen den Terror beim G-20-Gipfel in der Türkei gestern in Manila wieder auf Distanz zu Chinas Staatschef Xi: Er besuchte das von den USA gespendete Flaggschiff der philippinischen Marine und kündigte 250 Millionen US-Dollar Hilfe für Südostasien für "maritime Sicherheit" an. Unter anderem erhalten die Philippinen zwei weitere Marineschiffe.

Obama ließ keinen Zweifel daran, dass es dabei um Chinas umstrittene Territorialansprüche im Südchinesischen Meer ging: "Unser Besuch unterstreicht, dass wir uns gemeinsam für die Sicherheit der Meere in dieser Region und freie Fahrt einsetzen." China beansprucht unter Protest Manilas unter anderem rohstoffreiche Riffe in der Nähe der Philippinen und das dazugehörige Seegebiet. Die USA fuhren in jüngster Zeit zweimal mit Kriegsschiffen an den Riffen vorbei. Sie unterstrichen damit ihre Haltung, wonach es sich um internationale Gewässer handelt.

China tut alles, um das Thema beim Apec-Gipfel von der Tagesordnung zu halten. Bei den Treffen geht es vorrangig um Handel. "Wir werden gute Gastgeber sein", versicherte der philippinische Außenminister Albert del Rosario, aber man könne anderen Teilnehmern nicht den Mund verbieten. Auch Vietnam streitet mit China um Riffe.

Eigentlich könnte Apec fast den größten Durchbruch in den 26 Jahren seiner Geschichte feiern: zwölf der 21 Mitgliedsländer rund um den Pazifik haben sich gerade auf die größte Freihandelszone der Welt geeinigt. Anker der transpazifischen Partnerschaft (TPP) sind die USA und Japan. Aber eine Jubelarie wäre es eh nicht geworden: China ist nämlich außen vor.

Für die USA ist TPP ein wichtiger Stich gegen Peking. Denn bei aller Kooperation streiten die Supermächte in Asien um Einfluss und Macht. Die USA feiern TTP als Meilenstein, so Obama: "Ohne dieses Abkommen würden Wettbewerber wie China, die unsere Werte nicht teilen, die Regeln der Weltwirtschaft bestimmen."

Pazifik-Anrainer beraten in Manila über Handel und Kampf gegen Terrorismus
Um die Staats- und Regierungschefs auf dem Apec-Gipfel in Manila zu schützen, wird die Stadt auch mit Militärfahrzeugen gesichert. Foto: dpa

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18.11.2015, 12:00 Uhr

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