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PECKER
USA

Regie: John Waters
Mit: Christina Ricci,Edward Furlong,Patricia Hearst

- ab 12 Jahren

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24.11.2015

Von che

In Baltimore ist die Welt noch eine Puppenstube: aufgeräumt und auf niedliche Weise monströs. In diesem pinkorangenen Utopia, wo man seine Obdachlosen schätzt und die lieben Kleinen mit Süßigkeiten päppelt, geht Jungspund Pecker (Edward Furlong) täglich auf die Pirsch. Mit einem Fotografiergerät wie aus dem Quellekatalog der Eisenhowerära knipst er alles, was sich ihm in den Weg stellt: rammelnde Ratten, picklige Kleptomanen, militant lesbische Peepshowstars und allzeit und in allen Posen seine Freundin Shelley, die Eigentümerin eines Waschsalons. Zur Belohnung bekommt Pecker eine Ausstellung in der örtlichen Cheeseburgerbude. So weit, so heiter.

Doch weil wir uns in einem Märchen befinden, ist der böse Wolf nicht weit. Schon naht er in Gestalt der New Yorker Kunstschickeria, die Peckers unscharf-verwackelte Schnappschüsse zum Hype des Jahres hochjubelt. Um die Unschuld des Fleckens ist es hiermit geschehen. Vor lauter Empörung verschlägt es selbst der in Baltimore noch traditionell Wunder wirkenden Jungfrau Maria die Sprache.

Angerichtet hat dieses gutmütige Spektakel der Regisseur John Waters, und einen Moment lang darf einen das ruhig ein bißchen verblüffen. So harmlos moralistisch hat man den einstigen Schmuddeljungen des amerikanischen Kinos, dessen Frühwerk regelmäßig von der Sittenpolizei beschlagnahmt wurde, noch nie erlebt. Sein Angriff auf den Kunstbetrieb ist so sanft, daß selbst die Angeklagten (die sich teilweise selber spielen) herzlich schmunzeln mögen. Waters light, werden da die alten Fans grummeln. Arg schlimm ist das aber nicht. Weil Waters die Satire nicht ernster nimmt, als die Wirklichkeit ist, und weil er trotz alledem einer der witzigsten Gesellen in der Kinowelt ist, ragt „Pecker? immer noch meilenweit aus dem aktuellen Mainstream heraus.

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Erstellt:
24. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2009, 12:00 Uhr

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