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Das Neckarhochwasser beschränkte sich auf den Test-Modus

Pegelanstieg wendete sich gerade noch, bevor es zu größeren Schäden kommen konnte / Ein paar Überflutungen, offenbar wenig Schäden

Die üppigen Regenfälle im Neckareinzugsgebiet ließen den Fluss in der Nacht zum Sonntag mächtig anschwellen. Zwischen Börstingen und Rottenburg trat er stellenweise über seine Ufer, doch dann sank der Wasserstand. Feuerwehren und Technische Betriebe waren im Einsatz und sicherten. Die Schäden blieben gering.

05.01.2015
  • Gert Fleischer

Rottenburg / Starzach. Um Mitternacht hatte der Wasserstand am Pegel Horb die drei Meter überschritten und damit auch den HMO-Grenzwert: Der liegt in Horb bei 2,70 Meter. Dann werden die zuständigen Stellen gewarnt. HMO, das ist die Hochwassermeldeordnung des Landes.

Feuerwehren und Gemeindeverwaltungen waren informiert und auch bald vorbeugend im Einsatz. In Sulzau steckte die Feuerwehr gestern Früh um 6 Uhr die Aluminiumbordwände auf dem Damm an der Neckarstraße ein, wie uns der Starzacher Kommandant Simon Widemann berichtete. Auch in Börstingen wurden Vorkehrungen getroffen. Widemann machte sich bei einer Rundfahrt durch die Starzacher Tal-Ortsteile selbst ein Bild. Es blieb bei den Vorsichtmaßnahmen, ein Einsatz der Feuerwehr sei dort nicht nötig gewesen, sagte er. Feldwege und Wiesen seien überspült worden, aber nicht die Straße. „Nicht so tragisch“, so lautete seine Bilanz.

Etwas weiter neckarabwärts meldete Bieringens Ortsvorsteher Walter Dettling: „Wir haben alles im Griff!“ Dieser Ausspruch ist legendär beim Hochwasser. Rottenburgs früherer Stadtbrandmeister Hans Renz aus Ergenzingen stieß ihn aus, während er sich, bis zur Taille im Wasser stehend, den Neckarfluten entgegenstemmte. Aber dieses Mal blieb der Fluss gnädig. Dettling sagte, dass die Allmandstraße, die wirklich mitten in der Aue liegt, bis zum Bürgerhaus unter Wasser stand. Der Sport- und der Kinderspielplatz seien ebenfalls eingenässt worden. Die Ortsdurchfahrt aber sei frei von Wasser geblieben.

Auch in Bieringen wurden laut Dettling die noch ziemlich neuen Hochwasserschutzeinrichtungen aktiviert oder installiert, seien es die öffentlich-gemeindlichen, seien es die privaten. Rottenburgs Stadtbrandmeister Roland Kürner berichtete, dass dieses Mal die Pumpe, die in Bieringen unter der Ortsdurchfahrt eingebaut wurde, richtig funktioniert habe. Beim Hochwasser Anfang Juni 2013, als Bieringen am meisten zu leiden hatte, war diese Pumpe wegen eines Programmierfehlers ausgefallen.

Die Absperrungen bei der Bieringer Holzofenbäckerei wurden eingesetzt, berichtete Kürner. Zudem wurden Vorbereitungen getroffen, auch die Ortsdurchfahrt an der Neckarbrücke von Bieringen Richtung Wachendorf durch eine Wand gegen das Neckarwasser abzuschotten. Doch das sei nicht mehr erforderlich gewesen.

Kürner war seit Samstagabend mit Tiefbauamtsleiter Jürgen Klein in Kontakt, um den mobilen Hochwasserschutz zu installieren. Um 5.30 Uhr gestern seien Mitarbeiter der Technischen Betriebe Rottenburg (TBR) im Einsatz gewesen. In Bad Niedernau, wo auch Kürner wohnt, wurde der frühere Ortsvorsteher Albert Bodenmiller beobachtet, wie er mit Gummistiefeln in die Kirche ging. Bodenmiller wohnt mit seiner Frau sozusagen im Auge des Hochwassers, direkt am Zufluss des Katzenbachs zum Neckar.

Das Mühlengelände sei unter Wasser gewesen, sagte uns Ortsvorsteher Wolfgang Merz. Auch die Landesstraße 370 von Rottenburg her sei zwei Stunden in der Früh ganz von Wasser überzogen gewesen. Die Bahnallee wurde gesperrt, die Bewohner der kleinen Siedlung um den Bahnhof rechtzeitig informiert. Der Katzenbach, so Merz weiter, habe sich wegen des Neckarhochwassers gestaut, er sei aber in seinem Bett geblieben. An der gerade erst neu gebauten Straßenbrücke (siehe Foto) dürfte es vermutlich etwas Erdreich weggeschwemmt haben.

Gemeinden und Feuerwehren seien frühzeitig informiert worden, dass in Horb der Pegel von vier Metern übertroffen werde, sagte Stadtbrandmeister Kürner. So konnten alle Beteiligten einigermaßen ohne Hektik vorbeugen. „Bei Arbeiten am Wasser sollt’ es nicht pressieren“, sagte Kürner, wohl wissend, dass das Gegenteil häufig der Not-Fall ist. Auch die Abteilung Stadtmitte sei auf Abruf gestanden. Die TBR sperrten den Promendenweg am Kernstadt-Ufer für den Publikumsverkehr.

Dieses Mal lief offenbar alles kontrolliert und berechenbar ab. Der Neckar drohte nur, übertrieb aber nicht. Kürner: „Wenn‘s mal über fünf Meter geht, sind wir auch machtlos.“

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05.01.2015, 12:00 Uhr

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