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Literatur

Per Mausklick zur virtuellen Lesung

Das Netzwerk LovelyBooks holt das Gespräch über Bücher höchst erfolgreich ins Internet.

21.04.2017
  • DPA

München. „Also hoffentlich bis bald ... ;-)“, schreibt Kate Dakota an ihre Leser. Sie ist Schriftstellerin und verlost auf der Online-Literaturplattform LovelyBooks.de ein paar Exemplare ihres neuen Romans „Für dich bis ans Ende der Welt“. Die Bedingung: Leser und Leserinnen müssen eine Rezension verfassen und online mit Dakota über den Roman diskutieren.

Dakota braucht die Leser von LovelyBooks. Denn die Plattform versammelt die größte deutsche Buchcommunity im Internet. Alleine in den vergangenen drei Jahren ist die Nutzerzahl von 112 000 auf rund 1,5 Millionen gewachsen – Tendenz steigend, wie Pressesprecherin Tina Lurz sagt.

Auf LovelyBooks geht es jeden Tag zu wie auf einer großen Buchmesse. Leser tauschen sich untereinander und mit Autoren aus, nehmen an virtuellen Literatursalons oder Leserunden teil. Die Buchfans schätzen diesen direkten Kontakt, wie eine Nachfrage bei zwei der aktivsten Nutzerinnen ergibt. Mehrere hundert Rezensionen haben sie in den vergangenen Jahren geschrieben, in ihrem virtuellen Buchregal sammeln sich tausende Bücher.

Für die Verlage ist das Gold wert. Denn wie die Nutzer ihre Lektüren bewerten und welche Bücher sie auf Wunschlisten packen, ist öffentlich. Damit stellen sie den Verlagen umsonst bereit, was diese ansonsten durch Marktforschung herausfinden müssten. Dakotas neuer Roman erscheint nicht etwa in Eigenregie, sondern als E-Book im Ullstein-Verlag. Auch andere große Verlage schicken ihre Autoren zu LovelyBooks.

Kommerzielle Interessen

„Knallharte kommerzielle Interessen“ stecken daher für Wolfgang Tischer, Buchhändler und Betreuer der Literaturseite „literaturcafe.de“, hinter LovelyBooks. Doch verurteilen möchte er die Plattform dafür nicht. „LovelyBooks hat das Gespräch über Bücher ins Netz gebracht“, sagt Tischer.

Die Autorenlesungen, die die Plattform per Live-Stream überträgt, schauen sich nach Angaben von Lurz zwischen 300 und 5000 Nutzer an. Das sind Zahlen, von denen Literaturhäuser „nur träumen können“, sagt der Verleger Rüdiger Salat. Als ehemaliger Geschäftsführer der Holtzbrinck-Verlagsgruppe war er am Aufbau der Tochterfirma LovelyBooks beteiligt. Doch die Genres, die auf LovelyBooks besonders beliebt sind – unter anderem Krimis, Liebesgeschichten und historische Romane – werden von den klassischen Literaturhäusern ohnehin nicht bedient. „Die Diskussion über Bücher ist durch die Plattform öffentlicher und zugänglicher geworden“, sagt Tischer. dpa

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21.04.2017, 06:00 Uhr

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