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Kommentar zum Stalking

Perfide Gewalt

Für die Opfer sind die Folgen gravierend: Stalker greifen mit Telefonterror, Dauerbeobachtungen und willkürlichen Handlungen, wie der ungefragten Bestellung von Waren, tief in das Leben ihrer Opfer ein. Oft sind die einzelnen Handlungen schwer beweisbar, doch geht von ihnen eine Gewalt aus, die deshalb so verstört, weil sie scheinbar so unauffällig ist und nicht selten aus dem nahen persönlichen Umfeld kommt.

05.04.2017
  • Elisabeth Zoll

Stalking, immerhin seit zehn Jahren ein Straftatbestand, galt lange Zeit als „Kavaliersdelikt“. Ein gekränkter Ex-Partner, der sich Genugtuung verschafft, ein verletzter Ex-Kollege oder Klassenkamerad. Die Gemeinheiten überspringen Alters- und Klassengrenzen. Internet und soziale Netzwerke steigern noch die Spielarten der Niedertracht. Beweise für den Psychoterror sind oft schwer zu erbringen. Reagiert der Gestalkte nicht über? Bildet sich das Opfer die Beobachtungen gar nur ein? Zum Übergriff gesellen sich nicht selten Unterstellungen aus dem Umfeld, wodurch das Opfer doppelt gebrandmarkt ist.

Mit einer Verschärfung des Strafrechts hat die Politik zwar gerade erst versucht, den Gestalkten Recht zu verschaffen. Doch so wichtig die juristische Ahndung von Gewalt durch Nachstellungen ist, das Gesetz mit seinen vagen Formulierungen hilft im Alltag nur bedingt. Vor allem dann nicht, wenn sich das Opfer scheut, einen nahen Angehörigen vor Gericht zu bringen. Neben Recht brauchen die Opfer qualifizierte Ansprechpartner bei Polizei und Beratungsstellen, die sie ermutigen, klare Zeichen zu setzen. Schweigen mag im Falle von Stalking erklärbar sein, hilfreich ist es nicht. Nachbarn, Kollegen oder Lehrer können Opfer stärken.

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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