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Babyalarm und Bürgerkrieg

Peru-Filmtage wollen Partnerschaft mit Villa El Salvador stärken

Seit vier Jahren sind Tübingen und Villa El Salvador offiziell Partnerstädte. Um die interkontinentale Verbindung im breiten Bewusstsein zu verankern, gibt es jetzt erstmals Peru-Filmtage.

13.10.2010
  • Klaus-Peter Eichele

Tübingen. Vom morgigen Donnerstag an bis zum Montag laufen in den Kinos Museum und Arsenal vier Spiel- und sechs Dokumentarfilme aus und über Peru. Das von Cine-Latino-Macherin Alba Fominaya zusammengestellte Programm soll sowohl cineastische als auch landeskundliche Bedürfnisse befriedigen. Ein Schmankerl für Filmkunst-Fans ist der Auftaktfilm „Octubre“ („Im Oktober werden Wunder wahr“). Mit Anklängen an Jim Jarmusch und Aki Kaurismäki erzählen die Brüder Daniel und Diego Vega von einem mürrischen Geldverleiher, dessen karges Leben ins Trudeln gerät, als er eines Tages ein mutterloses Baby in seiner Wohnung findet. Die beiden Regisseure kommen am Donnerstag (20 Uhr) zur Festival-Eröffnung ins Kino Museum.

Zwei Tübinger auf der Suche in Lima

„Octubre“ ist einer von mehreren Filmen, mit denen das jahrzehntelang kaum existente peruanische Kino zuletzt auf Festivals einiges Aufsehen erregt hat. Höhepunkt war der Goldene Berlinale-Bär 2009 für „La teta asustada“ („Eine Perle Ewigkeit“). Das symbolschwere Drama zeigt am Beispiel einer jungen Frau und ihrer sterbenden Mutter, wie sich (Bürger-)Kriegstraumata zwischen den Generation fortpflanzen.

Wer eher Handfestes über die sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse in dem Andenstaat erfahren möchte, kann sich in diversen Dokumentarfilmen kundig machen. „Lucanamarca“ dokumentiert die Nachwehen eines Massakers, das die Terrorgruppe Leuchtender Pfad 1983 in dem gleichnamigen Dorf verübt hat. „Cuando la tierra llora“ porträtiert den (suspendierten) Priester, Umweltaktivisten und Präsidentschaftskandidaten Marco Arana, der in diesem Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde. „De ollas y sueños“ preist die kulturelle Vielfalt des 30 Millionen Einwohner zählenden Landes anhand seiner unüberschaubaren kulinarischen Genüsse.

Direkt in die Partnerstadt Villa El Salvador führt eine Doku, die die jungen Tübinger Daniel Wais und Christian Haardt während ihres Freiwilligenjahres dort gedreht haben. Gemeinsam mit peruanischen Schülern haben sich die beiden auf die Suche nach dem Mythos und dem heutigen Gesicht der Vorstadt von Lima gemacht. „Trotz aller Probleme wird klar, warum das Leben dort lebenswert ist“, heißt es im Statement der früheren Uhland-Gymnasiasten. Premiere des Films „Auf der Suche“ ist am Montag um 20 Uhr im Kino Arsenal.

Info: Die Peru-Filmtage werden vom Partnerschaftsverein Villa El Salvador - Tübingen veranstaltet. Gewidmet sind sie dem vor 14 Tagen gestorbenen Walter Schwenninger.

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13.10.2010, 12:00 Uhr

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