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Interview mit Peter Rist

Peter Rist: Familienvater, Optimist, Musiker und Stiftungsdirektor

Der designierte Direktor der Katholischen Spitalstiftung Horb, Peter Rist, spricht im Interview über Beruf und Berufung, Familie und Freude, Sport und Spirituelles.

07.03.2018
  • Manuel Fuchs
Peter Rist: Familienvater, Optimist, Musiker und Stiftungsdirektor Peter Rist wird am 1. Juli 2018 als Direktor der Horber Spitalstiftung auf Peter Silberzahn folgen. Bild: Kuball

Der Rat der Katholischen Spitalstiftung Horb hat Peter Rist zum Nachfolger von Peter Silberzahn als Stiftungsdirektor gewählt. Er wird das Amt am 1. Juli übernehmen und sich bis dahin gründlich in die Materie einarbeiten. Wir trafen ihn zum Gespräch in seinem zukünftigen Büro.

SÜDWEST-PRESSE: Herr Rist, als Sie sich auf die Stelle des Direktors der Katholischen Spitalstiftung Horb bewarben, standen da der Arbeitgeber oder der Ort im Vordergrund?

Peter Rist: Beides, das gehört untrennbar zusammen. Für Horb sprach zum Beispiel die gute Bahnverbindung nach Stuttgart; mein 16-jähriger Sohn spielt Tischtennis im Landesleistungskader und muss eben öfter mal dorthin. Horb selbst hat eine überschaubare Größe und viel Charme. Aber auch das, was ich tagtäglich arbeite, ist natürlich wichtig: Die Spitalstiftung macht richtig tolle Sachen mit gesellschaftlichem Nutzen. So ein Beruf macht mich zufrieden.

Laut Ihrem Lebenslauf sind Sie diplomierter Verwaltungswirt und eher kaufmännisch ausgerichtet. Haben Sie auch theologische Erfahrungen?

Ich war jahrelang Ministrant, auch Oberministrant. Als ich so 13, 14 Jahre alt war, wollte ich Theologie studieren und Pfarrer werden. Es ist dann zwar anders gekommen, aber als Mensch hat man eben Verstand, Seele und Herz. Die muss man in Einklang bringen, wenn man zufrieden sein will.

Was erwarten Sie von Ihrer neuen Aufgabe in der Spitalstifung?

Peter Silberzahn hat hier nicht nur lange gewirkt, sondern auch gut. Wenn man eine Sache 34 Jahre lang macht, dann muss man sie gut machen. Es gibt also keine akuten Probleme zu lösen. Aber speziell einer unserer Bereiche, die Altenhilfe, unterliegt ständigen Änderungen: Alle Jahre kommt ein neues Pflegegesetz – wie heißt es aktuell? PSG II? PSG III? – und wir agieren in einem Markt, der sich massiv verändert.

Welche Veränderungen meinen Sie?

Sie müssen nur mal auf die demographischen Daten in Deutschland schauen: Es gibt immer mehr ältere Menschen, damit steigt die Nachfrage nach Dienstleistungen auf diesem Gebiet. Gleichzeitig kommen deutlich weniger junge Menschen und Arbeitskräfte nach. Ich bin froh, dass die Spitalstiftung mit ihrem besonderen spirituellen und kulturellen Hintergrund sich hier engagiert. Private Anbieter können das durchaus auch gut, aber wir haben andere Möglichkeiten.

Sehen Sie also die Spitalstiftung auch in einer politischen Rolle?

Unbedingt! In einer gesellschaftspolitischen ganz besonders. Sozialer Wohnungsbau ist zumBeispiel ein Thema, in das wir uns gut einbringen können. Ein neues Geschäftsmodell für uns, aber eines, in dem wir über einiges Know-how schon verfügen.

Geschäftsmodell? Spricht da der Kaufmann aus Ihnen?

Klar hat so ein Engagement auch eine monetäre Komponente, aber in erster Linie geht es um einen Dienst an der Gesellschaft, nicht ums Geldverdienen oder -anhäufen, sondern um seinen sinnvollen Einsatz im Sinne der Gesellschaft.

Worauf freuen Sie sich bei Ihrer neuen Aufgabe am meisten?

Ich mag es, etwas gemeinsam zu entwickeln, und wir werden uns weiterentwickeln müssen, ganz klar. Man kann auch mal gemeinsam einen Misserfolg haben, das gehört dazu. Ich war zwar im Fußball als Mittelstürmer aktiv, dem man ja einen gewissen Egoismus nachsagt. Trotzdem ist mir die gemeinsame Arbeit, die Teamarbeit immens wichtig.

Wovor haben Sie den größten Respekt?

Mit Respekt gehe ich alles an. Und mit Humor, das schließt sich nicht einmal aus. Jedenfalls bin ich sehr froh, in der Übergangszeit noch von Peter Silberzahns Erfahrungen profitieren zu können.

Haben Sie schon ausgemacht, wo in Horb Sie wohnen werden?

Eher zentral; eben auch wegen unseres jüngsten Sohnes. Da liegen wichtige Jahre vor uns; wir wünschen uns sehr, dass er trotz seiner doppelten Behindung nach seinen Schlaganfällen den Weg in den ersten Arbeitmarkt findet und sich auch sportlich weiterentwickeln kann. Dazu wäre eine möglichst gute Verkehrsanbindung sehr hilfreich.

Wie weit ist Ihr Bild von Horb als Stadt schon gediehen?

Ich bin doch erst seit ein paar Tagen hier. Noch stecke ich in keinem Detail drin, und den Überblick habe ich auch noch nicht. Ganz ehrlich: Momentan kann ich Horb über das Offensichtliche hinaus kaum einschätzen. Aber ich arbeite daran, ein möglichst vollständiges Bild zu gewinnen.

Wenn man das Internet nach „Peter Rist“ fragt, stößt man auf Ihre Zeit als Schlagersänger. Wie passt solche Spaßmusik zur Ihrer neuen Aufgabe?

Ganz leicht: Mit guter Musik kann man Menschen berühren und glücklich machen. Ich würde aber lieber von „Freude“ als von „Spaß“ sprechen; die ist nachhaltiger. Während meiner Familienauszeit habe ich Schlager komponiert und getextet, drei CDs aufgenommen, bin aufgetreten und habe damit Geld verdient.

Kann Horb mit einem Revival rechnen?

Nein, das nicht. Musik im Kleinen ist ein selbstverständlicher Teil meines Lebens geblieben. Die großen Auftritte waren schön, diese Zeit ist aber vorbei.

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07.03.2018, 01:00 Uhr

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