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Peter Rosenberger nimmt Landrat in die Pflicht
Nimmt die Steilvorlage von Gemeinderat Daniel Wochner durchaus ernst: Horbs OB Peter Rosenberger. Bild: Kuball
Kreispolitik

Peter Rosenberger nimmt Landrat in die Pflicht

Der Oberbürgermeister sieht in Horber Unzufriedenheit mit dem Landkreis eher einen Hilferuf.

09.11.2016
  • Gerd Braun

Die Stadt Horb, zugehörig zu einem anderen als dem Landkreis Freudenstadt? Die Option, basierend auf dem Bürgerentscheid in Bad Herrenalb, wo sich in einem Bürgerentscheid eine knappe Mehrheit der Bevölkerung für einen Wechsel vom Kreis Calw in den Kreis Karlsruhe ausgesprochen hatte, hat Horbs FD/FW-Gemeinderat Daniel Wochner am Montag voriger Woche in der Montagsspalte der SÜDWEST PRESSE ins Spiel gebracht. Nach den Fraktionen im Horber Gemeinderat bezog nun gestern auch Oberbürgermeister Peter Rosenberger Stellung zu dem Vorstoß.

Grundsätzlich bewertet das Horber Stadtoberhaupt das Thema als etwas „überstilisiert“, zumal er selbst trotz intensiver Kontakte mit der Bevölkerung derlei Wünsche konkret noch nicht vernommen habe. Dennoch verurteilt Rosenberger den Vorstoß Wochners nicht, nimmt ihn stattdessen durchaus ernst und spielt den Ball weiter. „Die Frage ist: Was läuft da schief? Wieso ist die Empfindungslage so?“, meint Rosenberger auch im Bezug auf unterschwellige Unzufriedenheit in der Horber Bevölkerung bezüglich der Behandlung Horbs innerhalb des Landkreises.

Dazu führt er konkrete Punkte an: Horb sei, so Rosenberger, nunmal die größte Stadt im Landkreis und trage den größten Teil bei der Kreisumlage bei. Dennoch fänden die ganzen großen Themen in Freudenstadt ihren Raum und nicht in Horb. An dieser Stelle führt der Horber OB rund 2000 Arbeitsplätze an, die Freudenstadt deshalb habe, weil dort die Kreisverwaltung sitze.

Selbstbewusst spinnt Rosenberger das derzeit wenig relevante Szenario, dass sich die Horber tatsächlich für eine Initiative, einen Wechsel der Landkreiszugehörigkeit betreffend stark machen würden. „Ich glaube, es würde sich lohnen, uns dazu zu nehmen“, sagt er zu der Frage, ob denn ein anderer Landkreis die Horber in einem solchen Fall der Fälle überhaupt haben wollten. Immerhin stehe Horb finanziell inzwischen sehr solide da und nehme auch sonst in Verwaltungsangelegenheiten gerne eine Vorreiterrolle an.

Auf der anderen Seite der Medaille stünden vor dem Hintergrund eines solchen Szenarios ganz praktische Fragen wie: Was passiert mit den Kreisstraßen? Wem würde die frisch renovierte und dem Landkreis gehörende Berufsschule in Horb zugeschlagen? Andere Fragen mehr zur infrastrukturellen Verantwortung würden sich bei einem solchen Wechsel-Wunsch aus der Bevölkerung heraus stellen.

Davon ist die Realität derzeit wohl ein ganzes Stück weit entfernt. Aus dem Fraktionen des Horber Gemeinderates wurde Wochners Vorstoß keineswegs mitgetragen. Und deshalb möchte Peter Rosenberger die entstandene Debatte vielmehr so interpretiert wissen, dass der Landkreis solche Signale als Auftrag auffassen möge, die Horber Befindlichkeiten gründlicher zu hinterfragen und die Rolle der Stadt innerhalb des Kreisgefüges sensibler einzuordnen.

Horb sei nämlich grundsätzlich sehr solidarisch eingestellt: Als Beispiel führt Rosenberger die klare Positionierung des Gemeinderates in der Frage der Bauten zur Flüchtlingsunterbringung an, wo man es sich auch hätte bequemer machen können. Und dass die Stadt Horb den Teilneubau des Freudenstädter Krankenhauses mit seinen rund 100 Millionen Euro an Kosten mittrage, obwohl die Horber selbst am wenigsten davon hätten, stünde auch nicht grundsätzlich zur Debatte: Im Zuge der Solidarität sei an sich klar, „dass man im Landkreis die Gesundheits-Infrastruktur aufrecht erhält“.

„Diplomatie ist der Schritt, der da gefragt ist“, richtet Rosenberger einen klaren Appell an Landrat Dr. Klaus Michael Rückert. Er sei in der Pflicht „aber nicht nur er allein“. Das Signal, das Rosenberger aus solchen Debatten entnimmt ist: „Nehmt doch bitte mal den Hilferuf wahr.“

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09.11.2016, 01:00 Uhr

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