Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
AfD

Petry verzichtet auf Spitzenkandidatur

Die Co-Vorsitzende gibt sich im Kampf um die Ausrichtung der Partei nicht ganz geschlagen. Über ihre Zukunft entscheidet nun der Parteitag am Wochenende.

20.04.2017
  • DPA

Berlin. Nach einem monatelangen Machtkampf in der AfD-Führung verzichtet Parteichefin Frauke Petry völlig überraschend auf die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl. Die Parteivorsitzende erklärte in einer Videobotschaft, dass „ich weder für eine alleinige Spitzenkandidatur noch für eine Beteiligung in einem Spitzenteam zur Verfügung stehe“. Zur Begründung sagte sie, es sei ihr wichtig, dass ihre Partei drängende Sachfragen unabhängig von Personalfragen diskutiere.

Petrys Entscheidung wenige Tage vor dem Bundesparteitag an diesem Wochenende in Köln traf die große Mehrheit ihrer Parteifreunde unvorbereitet. „Ich war vorab nicht informiert“, sagte der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen. Auf dem Parteitag wollen die Delegierten über Wahlprogramm und Spitzenteam entscheiden. Die baden-württembergische AfD schlägt nun Alice Weidel als Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl vor. Weidel, die zum liberal-konservativen Flügel der AfD zählt, ist bereits Spitzenkandidatin der Südwest-AfD. Petry beklagte in ihrer Videobotschaft, die AfD leide seit Herbst 2015 darunter, dass es keine gemeinsame Strategie gebe. „So ist das Außenbild der AfD immer wieder durch die unabgestimmte – also für die Parteiführung völlig überraschende – maximale Provokation weniger Repräsentanten geprägt.“ Dies habe einen Teil der bürgerlichen Wähler verschreckt und dazu geführt, dass das Wählerpotenzial der AfD deutlich geschrumpft sei. Im Herbst 2015 habe es noch bis zu 30 Prozent betragen, jetzt nur noch 14 Prozent.

AfD-Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang, der Petry unterstützt, lobte sie für ihren Verzicht. Er sagte: „Sie nimmt sich erst einmal als Person zurück, damit die Partei diese wichtige inhaltliche Debatte jetzt führen kann.“ Als Anfang vom Ende Petrys als „Gesicht der AfD“ sei dieser Schritt keineswegs zu verstehen. „Sie bleibt ja Parteivorsitzende“, betonte Driesang. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

20.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Bürgermeisterwahl im ersten Anlauf entschieden Christian Majer holt in Wannweil auf Anhieb knapp 60 Prozent
Amtsgericht Horb verhandelt Cannabis-Besitz Hanfkekse aus eigenem Anbau
Warentauschbörse Stetes Kommen und Gehen
Kommentar zur Bürgermeisterwahl in Wannweil Jetzt muss er Kante zeigen
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball