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Theater

Peymann trifft Kretschmann

Thomas Bernhard selig hätte dazu ein Dramolett geschrieben. Etwa: „Claus Peymann und Winfried Kretschmann treffen sich am Eckensee“.

07.03.2018

Von Jürgen Kanold

Stuttgart. Andererseits beweist der 80-jährige Peymann bis heute, dass er als Regisseur der Werke Bernhards viel gelernt hat: wortmächtig austeilen und beschimpfen. Gerne in Interviews und Briefen, gerne theatralisch großmäulig.

Peymann also, der am Stuttgarter Schauspiel den „Lear“ inszenierte, hat öffentlich beklagt, wie die Landesregierung und die Stadt mit ihren Bürgern umspringen. Und dass er „sein“ Kleines Haus hinter Bauzäunen fast nicht mehr gefunden habe. Der Ministerpräsident wiederum wies den Theatermacher eher sachlich darauf hin, dass sich 2011 bei einer Volksabstimmung 58,9 Prozent der Baden-Württemberger gegen den Ausstieg des Landes aus der Projektfinanzierung von Stuttgart 21 ausgesprochen hätten.

Jetzt hat Peymann zurückgeschrieben. Auch Manfred Rommel sei oft „sehr naiv und einfältig in seiner schwäbischen Art“ erschienen. „Dahinter verbarg sich allerdings ein hochintelligenter, hochmoralischer Mensch mit großem Herz und großem Humor. Rommel hätte meine Kritik an den Stuttgarter Zuständen verstanden und aufgenommen. Seine Einfalt war Tarnung.“ Peymann möchte vom „lieben Herrn Ministerpräsidenten“ wissen: „Was steckt hinter Ihrer Einfalt? Einfalt?“

Eine Mischung aus Bernhard und Unverschämtheit. Man müsste den Briefwechsel aufführen, hinter Bauzäunen, aber vor Publikum. Mit dem Selbstdarsteller und dem schwäbischen Original.

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Erstellt:
7. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. März 2018, 06:00 Uhr

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