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Pikadero

Pikadero

In dem Spielfilm aus Spanien prallt romantische Liebe gegen die Zwänge der Wirtschaftskrise.

Pikadero

Spanien 2015

Regie: Ben Sharrock
Mit: Bárbara Goenaga, Zorion Eguileor, Itziar Lazkano

99 Min.

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13.01.2016
  • Festival

  Die spanische Wirtschaftskrise, die speziell jungen Leuten das Leben verleidet, schreibt immer neue Kinogeschichten. Selbst die Liebe hat es unter ihr schwer, wie der Debütfilm des in Spanien praktizierenden Schotten Ben Sharrock am Schauplatz einer baskischen Kleinstadt zeigt.  

Gorka (Joseba Usabiaga) ist mit seinen 30 Jahren noch immer unbezahlter Praktikant und lebt bei seinen Eltern. Auch seine neue Flamme Ana (Barbara Goenaga), eine Kunststudentin ohne die geringste Jobperspektive, kann sich keine eigene Bude leisten. Statt zu tun, was Frischverliebte am liebsten tun, sitzen sie daher in Bars oder einem tristen Bahnhofshäuschen und erzählen sich von ihren Träumen, die niemals wahr werden.  

Das klingt und ist mitunter deprimierend, doch dem Regisseur ist auch daran gelegen, die skurillen Aspekte der Situation herauszustreichen. Motor der schütteren Handlung ist der Versuch der beiden, einen Platz für ein Schäferstündchen (baskisch: Pikadero) zu finden, was aber stets grotesk misslingt – egal, ob auf der Männertoilette einer Kneipe oder einem angeblich einsamen Parkplatz. Auch die Verhältnisse in Gorkas Wohnung, wo Eltern, Sohn und Opa beengt aufeinanderhocken, schlagen manchen witzigen Funken.  

Zum Schenkelklopfen taugt der Film allerdings nicht, vielmehr schwingt im Komischen immer das Bedrückende mit. Dafür bürgt auch Sharrocks eigenwillige Stilistik mit langen Einstellungen meist symmetrisch arrangierter Bilder, in denen sich selten einmal jemand oder etwas bewegt und auch das gesprochene Wort sich auf das Notwendigste beschränkt.  

Ohne grimmig zu werden, zeigt „Pikadero“, wie die Krise die Menschen hemmt und lähmt, wie auf sozialen Niedergang die emotionale Verarmung folgt. Eingestreute Bilder von Industriebrachen und menschenleeren Plätzen verdichten den Eindruck eines Landes in Erstarrung. Dass die Liebe, wie im Kino üblich, über die Unbill triumphiert – darauf sollte man in diesem Film nicht vertrauen.

Liebe in Zeiten der der Wirtschaftskrise macht keinen Spaß, ist aber mitunter witzig.

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13.01.2016, 11:11 Uhr

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