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Lindgren-Erben gegen Penny

Pippi und die Bundesrichter

Pippi Langstrumpf braucht keinen Schutz. Die ewige Neunjährige mit den Superkräften wohnt allein in einer Villa, verfügt über massig Gold zum Süßigkeitenkaufen und kümmert sich nicht um Vorschriften wie Schulpflicht oder ähnlichen Erwachsenenmurks.

20.11.2015
  • AXEL HABERMEHL

Pippi lebte ein radikal selbstbestimmtes Leben als anarcho-punkig angehauchte Autonome, lange bevor man in Schweden überhaupt wusste, was Autonome sind. Wollten ihr Diebe ans Gold, wirbelte Pippi sie durch die Luft, und auch gegen das Fräulein Prysselius, das Pippi mit Polizeigewalt ins Kinderheim schaffen wollte, wusste sie sich selbst zu wehren.

Nicht so die Erben von Pippis Erfinderin Astrid Lindgren. Die brauchen viel Schutz und rufen gerne mal die Justiz zu Hilfe. Gestern zum Beispiel musste sich der Bundesgerichtshof, immerhin Deutschlands oberstes Gericht, mit Pippis Klamotten befassen. Geklagt hatten Lindgrens Erben. Sie wollten 50 000 Euro vom Einzelhändler Penny, weil der für Kostüme im Pippi-Langstrumpf-Stil warb.

Es ging vor Gericht um Dinge wie "unlautere Herkunftstäuschung", "wettbewerbsrechtlichen Nachahmungsschutz", "unangemessene Ausnutzung" oder "Beeinträchtigung der Wertschätzung". Erwachsenenmurks eben, man sieht Pippi schon achselzuckend die Augen verdrehen.

Doch es ist nicht zu ändern, für Erwachsene ist Geld sehr wichtig, und deshalb musste also der Bundesgerichtshof klären, ob das Penny-Kostüm eine Pippi-Nachahmung war.

War es, um es kurz zu machen, nicht. Es war ein ganz und gar lausiger Abklatsch. Im Original hat Pippi rote, geflochtene, abstehende Zöpfe, trägt ein kurzes gelbes Kleid, blaue Hosen mit weißen Punkten, einen schwarzen, einen geringelten Strumpf und viel zu große schwarze Schuhe.

Die berühmten Strapse und die grünen Hotpants zog Pippi, genauer Schauspielerin Inger Nilsson, übrigens erst im Film an. Warum auch immer. Egal, auch darüber hätte Pippi nur gelacht.

Pippi und die Bundesrichter
Pippi zu Pferd Foto: afp

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20.11.2015, 12:00 Uhr

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