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Für Transparenz und Bürgerbeteiligung

Piraten nominieren Stephan Seemüller als Reutlinger Bundestagskandidaten

Die Piratenpartei hat gestern in Eningen den IT-Fachmann Stephan Seemüller zum Bundestagskandidaten für den Reutlinger Wahlkreis nominiert.

16.07.2012
  • Matthias Reichert

Eningen. Nur zehn der 74 stimmberechtigten Mitglieder im Wahlkreis waren in der TSV-Sportgaststätte erschienen. Dafür kamen Gäste, auch der Tübinger UFW-Stadtrat Jürgen Steinhilber, der – wie berichtet – kürzlich den Piraten beitrat.

Sechs Mitglieder stimmten bei der Wahl für den IT-Abteilungsleiter Stephan Seemüller, vier votierten für Jasenka Wrede, die dem Tübinger und Reutlinger Kreisverband mit insgesamt 181 Mitgliedern vorsitzt. Bei der Landtagswahl war das Ergebnis umgekehrt, damals wurde Wrede Direktkandidatin.

Seemüller ist 44 Jahre alt. Er wuchs in Dußlingen und Berlin auf. In Kreuzberg ging er zur Schule, ein Jahr war er in den USA. Das BWL-Studium „in völlig überfüllten Hörsälen“ brach er nach einem Job-Angebot ab. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. 2004 zog die Familie nach Reutlingen: „Wir haben Verwandtschaft in Eningen, und hier ist es einfach schön.“

2009 trat er der Piratenpartei bei, weil ihm die BKA- und Anti-Terror-Gesetze „gegen den Strich gegangen“ seien, wie er sagte. In seiner Vorstellung blieb Seemüller bei allgemeinen Thesen: „Wir müssen unsere Themen nach außen tragen.“ Dafür sei er geeignet, weil man ihn in Reutlingen kenne. „Die Bevölkerung weiß gerade nicht wirklich, was in der Politik passiert, und die Politiker wissen nicht, was in der Bevölkerung vor sich geht.“

Gemäß den Prinzipien seiner Partei will er für Transparenz und Bürgerbeteiligung eintreten. „Die persönlichen Freiheiten werden immer weiter begrenzt zugunsten der Sicherheit des Staates.“ Gesetze müssten auf ihre Aktualität überprüft werden. Und: „Wir müssen im nächsten Jahr Themen finden, die die Bevölkerung direkt betreffen.“ Als Beispiel nannte er die Müllvermeidung. Als Schwerpunkt will er sich mit Gesundheitspolitik befassen, sich gegen Zwei-Klassen-Medizin und die elektronische Gesundheitskarte engagieren.

Auf Nachfrage versprachen Seemüller wie auch Wrede, sich Zeit für die politische Arbeit zu nehmen. Beide warben für Teamarbeit. Nach lokalen Themen gefragt, nannte Seemüller die Zelle. Er sei für die Unterstützung des selbstverwalteten Jugendzentrums. Aber „was nicht geht, sind Schmierereien an den Hauswänden.“

Wrede unterstützt ihn nun als Ersatzkandidatin. Die 52-jährige Diplom-Pädagogin hat seit 2005 ein Medizinstudium begonnen, das derzeit ruht. Sie ist vielfach sozial engagiert, ihr Sohn brachte sie 2009 zu den Piraten, wo sie heute in Ausschüssen auch auf Bundesebene aktiv ist.

Piraten nominieren Stephan Seemüller als Reutlinger Bundestagskandidaten
Haben gut lachen: Stephan Seemüller gewann die Wahl als Bundestagskandidat der Piratenpartei im Wahlkreis Reutlingen vor Jasenka Wrede.Bild: Reichert

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16.07.2012, 12:00 Uhr

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