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Raub unter Drogen

Plädoyers zum Genkinger Bäckerei-Überfall

Der 52-Jährige, der mit einem Komplizen am 16. August 1996 eine Genkinger Bäckerei überfallen hat, soll wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das forderte gestern Staatsanwalt Burkhard Werner.

23.07.2015
  • dhe

Tübingen/Genkingen. Der Mann und sein Komplize waren am 16. August 1996 kurz vor 18 Uhr in die Bäckerei eingedrungen. Der Angeklagte zwang eine der beiden Verkäuferinnen, die eben die Brotregale abkehrte, sich auf den Boden zu legen. In dieser Lage bedrohte er sie mit einem Messer, während der zweite Täter sich an der Kasse zu schaffen machte. Das Duo flüchtete damals mit 400 Mark Beute, für die sie in Reutlingen umgehend Drogen beschafften.

Der Verteidiger des zur Tatzeit heroinabhängigen Mannes hielt eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren für angemessen. An die durch den Überfall traumatisierte Verkäuferin zahlt der Angeklagte 2000 Euro Schmerzensgeld. Weil er die Summe derzeit nicht aufbringen kann, wird ein Opferfonds des Weißen Rings einspringen.

Seit die Verkäuferin von dem Gerichtsverfahren erfuhr, sei sie wieder sehr schreckhaft und leide an Schlafstörungen, sagte ihre Anwältin Andrea Sautter. „Sie fürchtet, dass so etwas wieder passieren könnte. Sie fürchtet sich, allein zu arbeiten, allein einzukaufen und überhaupt allein zu sein.“

Der Angeklagte verpflichtet sich, auch künftige Schäden auszugleichen, die der Frau infolge ihrer posttraumatischen Belastungsstörung entstehen. Er entschuldige sich von ganzem Herzen, sagte der Mann in seinem letzten Wort. „Ich war damals unter Drogen.“

Die Inhaberin der Bäckerei konnte bei dem Überfall durch die Backstube in die Küche flüchten, wo sie ihre Familie alarmierte. Während ihr Mann die Polizei rief, stürzten die beiden Söhne in den Laden. Als der Ältere sich auf den unbewaffneten Täter an der Kasse stürzte und den Mann in den Schwitzkasten nahm, bedrohte der Angeklagte auch ihn mit dem Messer. „Es war kein kleines Küchenmesser, aber auch kein großes Fleischermesser“, sagte der jüngere Sohn gestern.

Die Täter waren keine Profis, so der Staatsanwalt. Sie waren nicht maskiert. Das Tatfahrzeug war auf den Komplizen zugelassen. Er hatte sich gestellt und war 1997 vom Landgericht Tübingen zu zweieinhalb Jahren Haft wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes verurteilt worden. Das Urteil folgt am heutigen Donnerstag.

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23.07.2015, 12:00 Uhr

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