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Prima Klima in Mössingen

Plant-for-the-Planet-Aktion und Stände rund ums Rathaus

Dem ersten Mössinger Jugendklimagipfel im vergangenen November folgte nun die erste Klimaschutzwoche. Höhepunkt war am Samstag die „Plant-for-the-Planet"-Kinder-Akademie in der Friedrich-List-Realschule.

16.07.2012
  • Susanne Mutschler

Mössingen. Das Impulsreferat hielt die Tuttlinger Fünftklässlerin Cornelia Heni. Ein Manuskript brauchte die redegeübte und selbstbewusste kleine Botschafterin für Klimagerechtigkeit nicht. Drastisch beschrieb sie die möglichen Auswirkungen der Erderwärmung: „Wenn Grönland schmilzt, ist Hamburg weg“.

„Auch Kinder können etwas gegen die Klimakrise machen“, machte sie den 33 Acht- bis 13-Jährigen in der Aula der Friedrich-List-Schule klar. Der Einfall fürs Bäumepflanzen habe 2009 der neunjährige Felix Finkbeiner gehabt, und inzwischen gehöre die Initiative Plant-for-the Planet immerhin zum Umweltprogramm der Vereinten Nationen.

Die Idee für die Mössinger Klimawoche war auf dem Jugendklimagipfel entstanden. Die Abiturientin Lisa Patzelt entwickelte zusammen mit Barbara Rongen von der Tübinger Agentur für Klimaschutz, Lena Till, zuständig für Mössingens bürgerschaftliches Engagement, und Sabine Mall-Eder vom Netzwerk Streuobst ein Veranstaltungsprogramm, das von einer E-Bike-Tour zu einer Brauerei bis zu Vorträgen über den ökologischen Fußabdruck unserer Nahrungsmittel reichte.

Zum „Plant for the Planet“ waren Schüler aus Öschingen, Bodelshausen und Wendelsheim gekommen. Eine Gruppe war sogar aus St. Georgen im Schwarzwald angereist. Ihr Biolehrer Detlef Kapschefski und die Religionspädagogin Annegret Budday hatten zufällig im Internet von der Mössinger Akademie erfahren. „Das passt zum Club-of-Rome-Profil unserer Schule“, sagten sie sich, „da müssen wir hin.“

Jedem auf der Welt gleich viel Geld

„Stop talking start planting“ war auf den Shirts der Schüler zu lesen, die mit den Akademie-Moderatoren Johannes Mathis, Medizinstudent aus Köln, und Veronika Jorch, Biologiestudentin aus Bonn, auf die Wiese hinter der Realschule zogen. Dort wartete der Reutlinger Gärtnermeister Mathias Leichtle mit einem Apfelbäumchen, das ab sofort CO2 in Sauerstoff verwandeln wird und im kommenden Jahr rotbackige Früchte tragen soll. Nachdem es fachgerecht in Erde gesenkt und mit einem Pfahl gesichert worden war, widmeten sich die Kinder Fragen der Rhetorik und der gewinnenden Selbstdarstellung. Schließlich wollten sie als ausgebildete Botschafter für Klimagerechtigkeit an ihren Schulen künftig selbst für Baumpflanzungen werben können.

„Kinder dürfen Utopien haben“, findet Jorch, die seit zwei Jahren als Moderatorin von Kinder-Akademien durch das Land reist. Wenn es etwa beim „Weltspiel“ um die ernüchternd ungerechte Verteilung von Macht und Gütern auf dem Globus geht, ist sie immer wieder überrascht über die Vorschläge der jungen Teilnehmer. „Jeder auf der Welt sollte gleich viel Geld haben“, wünschten sich die Kinder in Mössingen. Nur das Wetter ließ zu wünschen übrig.

Plant-for-the-Planet-Aktion und Stände rund ums Rathaus
Viele kleine Klimaschutz-Botschafter packten mit an, um im Sinne von Martin Luther noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen.Bild: Rippmann

Am Stand der Mössinger Stadtwerke konnte man auf dem Zähler beobachten, wie ein alter Kühlschrank den Strom nur so wegfrisst. Thomas Schenk erläuterte, wie gesunde Gebäudedämmung Energie einspart. Die Fachleute von den Sparkassen erläuterten Weg zur Förderung und Finanzierung. Die Idee des „Car-Sharing“ finde auch in Mössingen immer mehr Interessenten, berichtete Ralf Stahl, während Sebastian Eberle die Stärke seiner E-Bikes anpries. „Mössingen ist auf dem Weg zur Fair-Trade-Stadt“, wusste Ute Dürr vom Weltladen. Die Mössinger Klimaschutzgruppe klärte mit einem „Jeans-Parcours“ über die Billigproduktionen im Ausland auf.
Neben dem Klimamarkt auf dem Rathausplatz gab es gestern auch noch eine Diskussion im Rathaus (Bericht folgt).

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16.07.2012, 12:00 Uhr

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