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Wohnraum für 700 Menschen

Planungswettbewerb Orschel-Hagen Süd ist entschieden

Der von der Reutlinger Wohnungsgesellschaft GWG ausgelobte Wettbewerb ist entschieden. Freitag vor einer Woche tagte das Preisgericht, gestern wurden die Entwürfe der Presse vorgestellt. Im Jahr 2015 sollen die ersten der über 250 Wohnungen bezugsfertig sein.

14.07.2012
  • Bernd Ulrich Steinhilber

Reutlingen. Von einem „erfreulichen Ereignis“ sprach er, von den Siegerentwürfen „unsäglich begeistert“ sei er. Die Aufgabenstellung habe Ideen geboren, die in die Zukunft weisen, fasste GWG-Chef Karl-Heinz Walter das Auslobungsergebnis des begrenzt offenen, aber europaweiten Planungswettbewerbs zusammen. 20 Büros haben Entwürfe eingereicht, drei wurden mit einem Preis ausgezeichnet.

Was Walter besonders schätzt: Die drei Preisträger kommen aus Esslingen, Stuttgart und Plochingen. Das beweise doch, „dass im Ländle überdurchschnittliche Planungsleistungen abgerufen werden können“.

Der mit 18 000 Euro dotierte 1. Preis ging an die Esslinger Projekt GmbH Planungsgesellschaft für Städtebau, Architektur und Freianlagen. In Reutlingen hat das Büro schon den Wettbewerb zum Schafstall gewonnen und das Stadthaus der Bruderhausdiakonie geplant.

Auffallend an diesem Entwurf ist die singuläre Erschließung über den Schönrainweg, von dem zwei Stiche in das Wohngebiet führen. Zum einen verbindet die Erschließungsstraße Orschel-Hagen Süd mit dem zentralen Dresdner Platz. Zum anderen bleibt entlang des Schönrainwegs ein „grüne Teppich“ erhalten. Vorstellen könnte man sich hier ein Areal für Spiel und Sport, Kinderhaus, Biergarten, Minigolf und im Bereich der beiden Kirchen ökumenische Feste.

Den 2. Preis mit 12 000 Euro holte sich das Plochinger Planungsbüro Hellerarchitekten in Zusammenarbeit mit der Keller-Luipold Pörtner-Foundation, die derzeit in Tübingen auf dem Egeria-Areal einen Block betreut.

Hier wird der Grünzug aus dem Zentrum Orschel-Hagens in die Landschaft fortgeführt und durch die Angliederung eines Stadtparks dauerhaft von Bebauung frei gehalten. Markant: Für die Ringerschließung von der Nürnberger Straße her müsste das katholische Pfarrhaus abgerissen werden.

Mit dem 3. Preis und 7000 Euro wurde die Arbeit des Stuttgarter Büros von Gerd Baldauf ausgezeichnet, das in Betzingen schon den Ausbau der Steinachstraße geplant hatte.

In diesem Entwurf kann Orschel-Hagen Süd über zwei Erschließungsstraßen angefahren werden, von denen zwei Stiche und Spielstraßen den öffentlichen Raum markieren. Statt großräumig angelegtem Grün gibt es kleinere individuelle Grünflächen und „Begegnungsflächen“.

Für die Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz handelt sich bei den Entwürfen um einen „unglaublichen Erkenntnisgewinn“ hinsichtlich der Anbindung des Areals an die bestehende Struktur des Stadtteils. Am 13. Oktober werden man die drei Siegerentwürfe in einem Workshop mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Danach setzen sich Gemeinderat und GWG-Aufsichtsrat damit auseinander. Mit den Arbeiten könnte man 2013 beginnen, und dann abschnittsweise oder en bloc bauen, sagte Walter. 2015 sollen die ersten Wohnungen fertig sein. Ohne Grunderwerb dürfte die Arrondierung 60 Millionen Euro kosten.

Info: Die Ausstellung der Arbeiten im Rommelsbacher Robert-Bosch-Zentrum, Oferdinger Straße 50, kann bis 3. August besichtigt werden. Die mit Preisen versehenen Entwürfe werden von uns noch gesondert vorgestellt.

Planungswettbewerb Orschel-Hagen Süd ist entschieden
Am Modell des Siegerentwurfs für Orschel-Hagen: Architekt Dieter Raichle, Bürgermeisterin Ulrike Hotz und GWG-Chef Karl-Heinz Walter (von links). Bild:Haas

Reutlingen setzt auf Innenentwicklung. In den letzten zehn Jahren sind in der Stadt mit 50 Planverfahren 60 Hektar Fläche innerorts überbaut worden. Dadurch ist Wohnraum für 4000 Einwohner entstanden. Durch das Prinzip Innenentwicklung vor Außenentwicklung blieben 60 bis 70 Hektar Fläche im Außenbereich erhalten. Laut Baubürgermeisterin Ulrike Hotz wurden dadurch 20 Prozent der Folgekosten im Innenbereich eingespart. Auch bei der fünf Hektar großen Erweiterung von Orschel-Hagen handelt es sich um keine Außenentwicklung. Die Sprachregelung lautet „Arrondierung des Bestandsgebiets Orschel-Hagen“. Dor entstehen 250 Wohnungen für 700 Menschen.

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14.07.2012, 12:00 Uhr

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