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Unglück

Plötzlich rutscht der Berg ins Hotel

Eine meterhohe Schneelawine hat im italienischen Erdbebengebiet ein einsames Skihotel unter sich begraben und offenbar zahlreiche Menschen in den Tod gerissen.

20.01.2017
  • DPA/AFP

Rom. Der Lawinenabgang auf das Berghotel „Rigopiano“ im italienischen Erdbebengebiet hat möglicherweise mehr als 25 Menschen das Leben gekostet. So viele vermuteten die Rettungskräfte gestern Abend unter den Trümmern. Feuerwehrsprecher Luca Cari: „Es gibt keinerlei Lebenszeichen.“

Drei Dutzend Feuerwehrleute mit Spürhunden suchten bis zum Abend in den mehrere Meter hohen Massen aus Schnee, Geröll und Trümmern nach Überlebenden und Opfern. Das Gebäude sei frontal von der Lawine getroffen worden, sagte Cari. Matratzen wurden hunderte Meter weit mitgerissen. „Das Suchgebiet ist also sehr groß.“

Im „Rigopiano“ waren 20 Gäste gemeldet und sieben oder acht Angestellte. Zwei Menschen überlebten das Unglück, weil sie sich außerhalb des Hotels aufhielten, als die Lawine abging.

Wegen des meterhohen Schnees auf den Straßen hatte es Stunden gedauert, ehe Feuerwehrleute das in 1200 Metern Höhe einsam gelegene Hotel erreichten. Die ersten trafen mit Skiern ein. Sie bargen eine Leiche aus dem Schnee und orteten eine weitere.

„Ich bin am Leben, weil ich rausgegangen war, um etwas aus dem Auto zu holen“, sagte Giampiero Parate. Er war zwar vom Schnee verschüttet worden, konnte sich jedoch befreien und wartete in seinem Wagen auf Rettung. Seine Frau und die beiden Kinder (6 und 8) waren im Hotel geblieben.

Die Gäste des Vier-Sterne-Hotels hatten sich im Erdgeschoss versammelt. Wegen des Erdbebens sollte das Hotel evakuiert werden. Die Evakuierung verzögerte sich jedoch, weil die Zufahrtsstraßen vom meterhohen Schnee blockiert waren.

Aus dem Gebäude soll es am Abend einen Hilferuf per SMS gegeben haben, berichten Medien: „Hilfe, Hilfe, wir sterben vor Kälte.“ Es gelang den Rettungskräften jedoch nicht, rasch zum Hotel zu kommen. Ihre Fahrzeuge blieben im Schnee stecken, auch Krankenwagen kamen zeitweise wenige Kilometer von dem Hotel entfernt nicht weiter.

Vier Erdbeben mit einer Stärke von bis zu 5,7 hatten die Region in Mittelitalien am Mittwoch erschüttert. Dort waren bei einem Beben im Sommer fast 300 Menschen ums Leben gekommen. Die Epizentren lagen in der Nähe des Bergdorfs Amatrice, das im August nahezu völlig zerstört worden war. dpa/afp

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20.01.2017, 06:00 Uhr

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