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"Ein Staatsmann, bis zur letzten Zigarette"

Politiker im In- und Ausland würdigen Helmut Schmidt über alle Parteigrenzen hinweg

Das Lob für die Lebensleistung Helmut Schmidts ist einhellig: Mehr als ein Bundeskanzler und großer Europäer gilt er Politikern jeglicher Couleur als Vorbild und Mentor der Bundesrepublik. Über alle Parteigrenzen hinweg trauert die deutsche Politik um Altkanzler Helmut Schmidt.

11.11.2015
  • DPA/AFP

Politiker im In- und Ausland würdigen Helmut Schmidt über alle Parteigrenzen hinweg

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte den Verstorbenen als "einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit. (. . .) Helmut Schmidt wird uns allen als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der in seltener Einheit ein Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes war. Er hat sich um unser Land verdient gemacht." SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, die Sozialdemokratie trauere um einen Menschen, der weit über die SPD hinaus als jemand im Gedächtnis bleibe, der mit Zuversicht, Realismus und Tatkraft "unser Land gestaltet hat". Sein Herzensthema sei der Zusammenhalt Europas gewesen: "Ich glaube, dass sein Vermächtnis Europa ist." Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte: "Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren. (. . .) Helmut Schmidt war nicht nur Kanzler der Deutschen - er war Mentor der Deutschen. (. . .) Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren "tiefen Respekt vor den Leistungen im Laufe seines langen Lebens" bezeugt. Aus der Wertschätzung und dem Respekt der Deutschen für Schmidt sei mit den Jahrzehnten "eine tiefe Zuneigung zu unserem Altbundeskanzler" geworden. Er sei eine politische Institution der Bundesrepublik und auch für sie persönlich eine Instanz, "einer dessen Rat und Urteil mir etwas bedeuteten". Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU): "Wir verneigen uns vor einem großen Staatsmann."

Die Linken-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch: "(. . .) Wir haben an Helmut Schmidt über Parteigrenzen hinweg geschätzt, dass er von ihm als richtig erkannte politische Projekte auch gegen innerparteiliche und gesellschaftliche Widerstände immer mit beeindruckendem persönlichen Einsatz und großer Beharrlichkeit vorangetrieben hat." Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter: "Helmut Schmidt war ein kantiger, gradliniger und streitbarer Politiker und Denker. (. . .) Nicht mit allen seiner Entscheidungen waren wir einverstanden. Die Gründung der Grünen war auch eine Reaktion auf die Politik der SPD unter Helmut Schmidt, sei es die Nato-Nachrüstung, sei es die Atompolitik." Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nannte Schmidt "die Verkörperung pragmatischer Staatskunst und klarer Verantwortungsethik. (. . .) Schmidt wurde durch Krisen groß, die er klein machte. Heute wird Politik oft klein, weil sie Krisen groß macht."

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) erinnerte an Schmidts Haltung als Bundeskanzler während der Auseinandersetzung mit der Terrorgruppe Rote Armee Fraktion.

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete Schmidt als "großen Denker und einen kritischen Mahner". Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte ihn als "Politiker mit Weitblick und Klugheit und einen überzeugten Europäer".

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich tief bewegt. "Er war ein Freund, der mir, ebenso wie Europa, fehlen wird." Schmidts enger Freundschaft mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing sei es zu verdanken, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich vertieft hätten. "Ein besonderer Mut hat Helmut Schmidt ausgezeichnet: der Mut, in die Zukunft zu denken." Valéry Giscard d'Estaing selbst nannte den Tod von Altkanzler Helmut Schmidt einen persönlichen Verlust. "Er war der beste Kanzler, den Deutschland gekannt hat seit Konrad Adenauer", schrieb der 89-Jährige in einer Stellungnahme: "Er hat die äußere Würde seines großen Landes wiederhergestellt."

Die Wochenzeitung "Die Zeit" trauert um ihren langjährigen Herausgeber Helmut Schmidt. "Helmut Schmidt ist tot und wir, die ihn überlebt haben, müssen jetzt erwachsen werden. Ob wir es wollen oder nicht", sagte Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

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11.11.2015, 12:00 Uhr

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