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Solidarität mit Frankreich

Politiker weltweit reagieren entsetzt auf die Terrornacht

Weltweit bekunden Politiker Solidarität mit Paris, Gebäude leuchten in den Farben der Trikolore. Auch in arabischen Ländern ist das Entsetzen groß. International wurden Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

16.11.2015
  • AFP/DPA

Nach den Anschlägen von Paris haben Politiker aus der ganzen Welt Frankreich ihre Solidarität erklärt. Von den USA bis zum Iran, von Russland bis Saudi-Arabien verurteilten Staaten die Welle der Gewalt am Freitagabend in der französischen Hauptstadt. Zahlreiche Gebäude wie die Antenne des One World Trade Center in New York, der CN-Turm in Toronto und die Oper von Sydney wurden in den Farben der französischen Trikolore erleuchtet. Auch das Brandenburger Tor in Berlin erstrahlte in den Farben Blau, Weiß und Rot. Die nahegelegene französische Botschaft zierte ein Meer von Kerzen und Blumen.

Die Anschläge seien "nicht nur ein Anschlag auf Paris", sondern "ein Anschlag auf die ganze Menschheit und unsere universellen Werte", erklärte US-Präsident Barack Obama. Er zitierte auf Französisch den Wahlspruch "Liberté, Egalité, Fraternité" (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) und betonte, diese Werte würden auch vom amerikanischen Volk geteilt. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Anschlagsserie einen "Alptraum von Gewalt, Terror und Angst". Großbritanniens Premierminister David Cameron sprach von "furchtbaren und widerlichen Anschlägen". Und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy, dessen Land im Jahr 2004 in den Terrorsog geraten war, als bei Angriffen auf Züge in Madrid fast 200 Menschen starben, betonte: "Heute sind wir alle Frankreich." Rajoy fügte hinzu: "Sie werden uns nicht besiegen."

Der iranische Präsident Hassan Rohani sagte eine geplante Reise nach Rom und Paris ab und verurteilte die Anschläge als "Verbrechen gegen die Menschheit". Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte, die Angriffe rechtfertigten eine Verstärkung des Kampfes gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS). Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beauftragte alle Geheimdienste seines Landes, "ihre Fachkollegen in Frankreich und anderen europäischen Ländern bestmöglich mit ihren Erkenntnissen zu unterstützen". Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte "die Terrorakte entschieden und drang auf internationale Einigkeit "zur Eindämmung der überall steigenden Spannungen". In Tel Aviv, Ramallah und Bethlehem versammelten sich Israelis und Palästinenser zu Kundgebungen, um ihre Solidarität mit Frankreich zu bekunden.

"Solche Taten laufen allen religiösen, humanitären und zivilisierten Prinzipien zuwider", sagte der Imam der einflussreichen sunnitischen Al-Ashar-Universität in Kairo, Ahmed al-Tajeb. Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir verurteilte die "verachtenswerten Terrorangriffe", die einen "Verstoß gegen jede Ethik, jede Moral und jede Religion" darstellten.

Der Papst betonte im Sender TV2000 der italienischen Bischofskonferenz: "Es gibt keine Rechtfertigung für solche Taten. Das ist nicht menschlich". Auf die Frage, ob damit der Dritte Weltkrieg in Stücken fortgesetzt werde, vor dem Franziskus bereits oft gewarnt hatte, sagte er: "Das ist ein Teil davon."

Zahlreiche Länder verstärkten nach den Anschlägen von Paris ihre Sicherheitsmaßnahmen. In Spanien wurde damit gerechnet, dass an der 656 Kilometer langen Grenze zu Frankreich deutlich mehr Sicherheitskräfte eingesetzt werden. In Russland patrouillierten Polizisten und Soldaten auf Bahnhöfen und in Flughäfen, in Kaufhäusern und Sportstätten. Die Stimmung ist seit dem Absturz eines russischen Ferienfliegers über Ägypten mit 224 Toten vor zwei Wochen angespannt. Die Schweiz verstärkte punktuell die Kontrollen an den Grenzübergängen zu Frankreich.

Politiker weltweit reagieren entsetzt auf die Terrornacht
Berlin fühlt mit: Das Brandenburger Tor erstrahlt in den Trikolorefarben. Vor der nahen französischen Botschaft zeugt ein Blumenmeer von großer Trauer. Foto: dpa

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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