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Sechs Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft – über ein Kilo Heroin sichergestellt

Polizei lässt Dealer auffliegen: Anlagensee war Umschlagsplatz

Nach monatelangen Ermittlungen verhaftete die Polizei am Wochenende fünf Männer und eine Frau, die in der Region größere Mengen Drogen verkauft haben sollen. Ein Hauptumschlagplatz war der Tübinger Anlagensee – was der Bande zum Verhängnis wurde.

17.11.2014
  • Jonas Bleeser

Kreis Tübingen. Am vergangenen Samstag nahm ein Mobiles Einsatzkommando einen 39-Jährigen aus Bodelshausen und einen 42-Jährigen aus Mössingen fest. Sie waren gerade aus der Karlsruher Gegend zurückgekommen, wo sie sich mit Nachschub eingedeckt hatten: In ihrem Auto stellten die Fahnder ein Kilogramm Heroin und zwei Kilogramm Marihuana sicher. Verkaufswert nach Angaben der Ermittler: 125 000 Euro.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mitteilten, sollen die beiden gemeinsam mit einem 37-Jährigen, der ebenfalls in Mössingen wohnt und festgenommen wurde, monatelang überregional mit Drogen gehandelt haben. Auf ihre Spur kam die Kriminalpolizei über Ermittlungen in der Tübinger Rauschgiftszene. Denn dort war Anfang des Jahres 2014 bekannt geworden, dass ein 29-jähriger Rottenburger und seine 20-jährige Lebensgefährtin, beide sind der Polizei als Drogenkonsumenten bekannt, einen schwunghaften Handel mit hochwertigem Heroin betreiben sollen.

Dealer pendelten fast täglich zum Anlagensee

Daraufhin übernahm die Rauschgiftermittlungsgruppe des Polizeipräsidiums Reutlingen die Ermittlungen. Sie stellte fest, dass das Paar beinahe täglich nach Tübingen pendelte, um am Anlagensee Heroin und andere Drogen an Süchtige zu verkaufen. Dafür heuerten sie offenbar auch mindestens einen Kleindealer an. Den Stoff versteckten sie in eigens angelegten Erd-Depots im Gebüsch.

Durch monatelange Beobachtung identifizierten die Fahnder die beiden Mössinger und den Bodelshäuser als Lieferanten der illegalen Drogen. Sie sollen in den vergangenen zehn Monaten vor allem Heroin mit einem Verkaufswert von rund 500 000 Euro weiterverkauft haben. Die Ermittler stießen auf weitere Kunden des Trios, die offenbar größere Mengen in Umlauf brachten. Darunter soll auch ein 39-jähriger Stuttgarter sein, der wie das Rottenburger Pärchen am Wochenende verhaftet wurde. Außerdem nahm die Polizei kurzfristig einen Balinger und einen Holzgerlinger fest, die mit Marihuana gehandelt haben sollen. Im Gegensatz zu den sechs anderen Verdächtigen, die auf Anordnung eines Richters mittlerweile in Untersuchungshaft sitzen, wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.

Unmittelbar nach der Festnahme der sechs Verdächtigen wurden deren Wohnungen durchsucht. Bei dem Rottenburger Paar wurden dabei unter anderem über 20 Gramm Heroin, 17 Gramm Kokain, geringe Mengen Marihuana und etwa 16 000 Euro Bargeld gefunden und beschlagnahmt. In der Wohnung des 39-jährigen Abnehmers aus Stuttgart entdeckten die Ermittler etwa 60 Gramm Heroin, das zum Verkauf bestimmt war. Die sechs inhaftierten Beschuldigten sollen mit dem Drogenhandel größtenteils ihren Lebensunterhalt finanziert haben.

Große Menge Bargeld in der Wohnung

Die Polizei beschlagnahmte bei den Durchsuchungen von acht Wohnungen etwa 30 000 Euro Bargeld. 12 500 Euro davon waren bei einem 48-jährigen Mössinger hinterlegt, der im Auftrag der Drahtzieher die Erlöse aus dem Drogenhandel bei sich aufbewahrt haben soll. Darüber hinaus wurden „weitere Vermögenswerte und Fahrzeuge im Wert von 46 000 Euro sichergestellt“, so die Polizei.

Die sechs mutmaßlichen Dealer, die in Untersuchungshaft sitzen, sind der Polizei überwiegend durch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Gewaltdelikte bekannt. Sie erwartet nun voraussichtlich eine Anklage wegen unerlaubten bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Dafür liegt das Mindeststrafmaß bei fünf Jahren Gefängnis.

Polizei lässt Dealer auffliegen: Anlagensee war Umschlagsplatz
Der Anlagenpark ist seit Jahren Treffpunkt von Drogenkonsumenten und damit eben auch Umschlagsplatz. Dort nahm die Polizei Anfang des Jahres die Spur auf, die am Wochenendende zu sechs Verhaftungen führte.Bild: Sommer

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17.11.2014, 12:00 Uhr

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