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Undercover auf dem Weihnachtsmarkt

Polizei will verstärkt Präsenz zeigen, doch Betreiber betonen: Absolute Sicherheit kann es nicht geben

Mit der aktuellen Gefährdungslage rücken nun auch deutsche Weihnachtsmärkte in den Fokus. Innenminister und Veranstalter versuchen zu beruhigen.

19.11.2015
  • ANDREAS RABENSTEIN & VIVIAN CHANG, BEIDE DPA

Polizisten auf Weihnachtsmärkten jagen eigentlich kriminelle Leichtgewichte, vor allem Taschendiebe, die Weihnachtsmärkte genauso schätzen wie die Marktbesucher den Glühwein. Doch in diesem Jahr wird das anders. Nach der Terrorserie in Paris, nach der Absage des Länderspiels in Hannover und angesichts der Gefährdungslage will die Polizei Weihnachtsmärkte besonders beobachten.

Polizei will verstärkt Präsenz zeigen, doch Betreiber betonen: Absolute Sicherheit kann es nicht
In Uniform oder Zivil - heuer gehört der Polizist zum Weihnachtsmarkt. Foto: dpa

Angekündigt wurde das bisher etwa in Berlin, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Dazu kommen verstärkte Sicherheitsmaßnahmen der Weihnachtsmarktbetreiber durch zusätzliche Wachleute. So auch am Potsdamer Platz in Berlin, wo bereits eine sogenannte Winterwelt mit Glühwein und Eisbahnen geöffnet hat.

Viele Besucher sehen die Lage nach den Anschlägen von Paris dort mit gemischten Gefühlen, wie der 49-jährige Walter Gildersleeve: "Mein neunjähriger Sohn war nach den Anschlägen etwas ängstlich. Ich habe ihm dann gesagt, ein Autounfall sei wahrscheinlicher als ein terroristischer Anschlag." Er betont: "Man darf sich nicht einschüchtern lassen." Eine 27-jährige Winterwelt-Besucherin hält die Attentate von Paris nur für einen "Vorgeschmack auf die nächsten Anschläge". Und der 31-jährige Stephan Dähn sagt beim Buden-Bummel, dass ihm auf Massenveranstaltungen manchmal mulmig werde.

Zu Unrecht, behaupten manche Politiker. Die Bedrohung bei dem ausgefallenen Spiel in Hannover sei "sehr isoliert" gewesen, sagte gestern der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD). Für künftige Fußballspiele und Weihnachtsmärkte lägen keine Hinweise auf geplante Attentate vor. Die Polizei sei dennoch in höchster Bereitschaft. Lewentz appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und zum Beispiel verdächtige Koffer den Sicherheitsbehörden zu melden.

In Baden-Württemberg geht Innenminister Reinhold Gall (SPD) nicht davon aus, dass Weihnachtsmärkte abgesagt werden müssen. "Aber wir werden die Sicherheitslage sehr sorgfältig mit den Veranstaltern besprechen." Sein thüringischer Kollege Holger Poppenhäger (SPD) kündigte mehr Polizeipräsenz an. Damit die Atmosphäre nicht gestört wird, sollen auch Polizisten in Zivil eingesetzt werden.

"Es gibt eine starke Präsenz der Polizei", sagt auch Klaus Schneider, Sprecher der Weihnachtskirmes am Berliner Alexanderplatz. Bei einem konkreten Verdacht seien auch Taschenkontrollen geplant. Doch er sagt auch: Hundertprozentige Kontrollen von Veranstaltungen mit tausenden Besuchern seien nicht möglich. "Deswegen gibt es auch keine absolute Sicherheit."

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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