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Limbo und Wasserbomben

Pool-Party im Freibad lockte rund 5000 Leute

Nass, laut – und beliebt. Am Sonntag war das Tübinger Freibad vermintes Gelände für gemütliche Streckenschwimmer: Der Regionalsender Radio Ton gab eine „Pool-Party“. Es wurde eng im Becken.

23.08.2010
  • Eike Freese

Tübingen. Rund 5000 Gäste im Tübinger Freibad sind für Rainer Kost nichts Ungewöhnliches. „Das ist bei diesen Temperaturen Alltag“, sagte der Schichtleiter am Sonntag. „Wirklich schlimm waren die 12 000 Gäste im Jahr 2003 – da haben Sie vom Wasser und von den Liegewiesen nichts mehr gesehen.“ Die große Freibadparty, die die Stadtwerke mit einem lokalen Radiosender zusammen veranstalteten, brachte Kost und seine neun Bademeister daher kaum ins Schwitzen.

Limbo, Tauziehen, Badewannenrennen

Ins Schwitzen kamen stattdessen die Gäste: Limbo-Wettbewerb, Badewannen-Rennen, Wasser-Tauziehen standen am Sonntag auf dem Programm. Während im Schwimmer-Becken die Stammgäste des Freibades ihre Bahnen zogen, säumten zum Teil mehr als 600 Gäste den Nichtschwimmer-Bereich und das Springbecken.

Dort wurden sie Zeugen der imposanten Wassersprung-Gewalt des Tübingers Andrej Kreider. Beim so genannten „Wasserbomben“-Wettbewerb erkannte die Jury dem 18-Jährigen mit Abstand die höchsten Punktzahlen zu: Als Kreider die Wasseroberfläche traf, spritzte es regelmäßig bis weit ins Publikum hinein. Vierzig Tübinger hatten sich für den Spaß angemeldet – dem Schwergewicht konnte am Sonntag keiner das Wasser reichen. „Beim Arschbomben-Wettbewerb ist es zumindest weitaus besser gelaufen, als beim Badewannen-Rennen“, zeigte sich Kreider am Ende zwiegespalten.

Mit seinem Kompagnon Janik Kalauch schied er nämlich beim nachmittäglichen 25-Meter-Rennen in einer handelsüblichen Acryl-Badewanne bereits in der Vorrunde aus. Welche technischen Fehler zum frühen Aus geführt haben? „Andrej ist einfach zu schwer“, analysierte der 15-jährige Kalauch nach dem Rennen, der mit Kreider zusammen das Team „Die Zwei“ bildete. Kleiner Trost: Allein für den Sieg beim Wasserspringen erhielt Kreider einen Gutschein für einem Erlebnis-Handel im Internet. Damit kann er etwa mit einem richtigen Panzer fahren, an einem Parfum-Workshop teilnehmen oder einen Tag als Reptilien-Tierpfleger arbeiten.

Das Badewannen-Rennen war die Attraktion des Tages. Hier planschten Mannschaften mit Namen wie „Zahnspangen-Ladies“ oder „Crazy Girls“ unter dem lautstarken Applaus des meist jungen Publikums. Die oft etwas hilflos rudernden Funsportler erinnerten stets ein wenig an das alljährliche Tübinger Stocherkahnrennen. Jung gegen Alt, Mädchen gegen Jungs: Bei den Paarungen der K.O.-Ausscheidungen kannten die Organisatoren des Badewannen-Rennens keine Gnade.

Der kommerzielle Radiosender „Radio Ton“ veranstaltete die Schwimmbad-Party zum dritten Mal in diesem Jahr. Die kleine Spaß-Tournee führte von Wertheim über Schwäbisch Hall und endete am Sonntag in Tübingen. „Tübingen sprengt einfach alles“, pries Veranstaltungsleiter Jens Hemberger das Publikum. „Die Masse, die Lautstärke, die Stimmung, das ist alles super.“ Die einzelnen Wettbewerbe seien schon nach kurzer Zeit ausgebucht gewesen – zusätzliche Animation habe in Tübingen niemand gebraucht.

Lautstarke Moderationen

„Bei uns gab es durch die Bank nur positive Resonanz“, sagte Radio-Ton-Mitarbeiter Hemberger. Demgegenüber fühlten sich allerdings vor allem ältere Badegäste auch gestört von dem Trubel, der bis in die Abendstunden das Freibad beherrschte. „Die Jugendlichen sollen gerne alle ihren Spaß haben“, fand etwa Irmgard Baur aus Tübingen. „Aber diese dauernden Lautsprecher-Moderationen gehen sehr auf die Nerven.“ Tatsächlich liefen ab dem Vormittag Chart-Hits aus den Boxen rund um die Schwimmbecken, während sich der Sender zeitweilig auch live aus Tübingen in das laufende Programm einschaltete.

Pool-Party im Freibad lockte rund 5000 Leute
Duell beim Badewannen-Rennen: Marvin Nagel und Lennard Galler vom Team „Avanti Ultras“ gegen die „Crazy Family“ Sandra und Andreas Manke. Für mehr Auftrieb wurden die Wannen auf Kanister gebunden. Bild: Sommer

Pool-Party im Freibad lockte rund 5000 Leute
Wasserbomben-Wettbewerb im Tübinger Freibad. Archivbild: Sommer

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23.08.2010, 12:00 Uhr

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