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"Was für ein trauriger Tag"

Popstar Prince mit 57 Jahren gestorben

Schon mit seinem Aussehen ließ Prince Frauen wie Männer dahinschmelzen. Nun ist der Musiker tot. Seine künstlerische Hinterlassenschaft für Pop, Funk und R&B lassen sich kaum ermessen.

22.04.2016
  • SWP

Chanhassen. Der amerikanische Popmusiker Prince ist überraschend im Alter von 57 Jahren gestorben. Er starb gestern in seinem Anwesen in Minnesota, wie eine Sprecherin des Sängers der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der 1958 in Minneapolis geborene Prince galt als einer der bedeutendsten Musiker der vergangenen Jahrzehnte. Mit Songs wie "Purple Rain", "Sign o the Times", "Kiss"und "When Doves Cry" feierte er Welterfolge.

"Mit großer Trauer bestätige ich, dass die legendäre Sängerikone Prince Rogers Nelson heute Morgen im Alter von 57 Jahren in seinem Anwesen in Paisley Park gestorben ist. Es gibt bislang noch keine weiteren Informationen über die Todesursache", teilte die Sprecherin mit. Zuvor hatte die Polizei im Bundesstaat Minnesota per Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, dass es im Anwesen des Sängers einen Todesfall gegeben habe. Einsatzkräfte seien vor Ort.

Der Sheriff wollte auf telefonische Nachfrage zunächst nicht bestätigen, dass es sich bei dem Toten um Prince handelte, wie zahlreiche US-Medien berichteten. Vor wenigen Tagen war der Musiker im Krankenhaus gewesen, nachdem sich sein Zustand nach einer Grippe verschlechtert hatte. Zuletzt hatte Prince aus gesundheitlichen Gründen Medienberichten zufolge auch zwei Konzerte abgesagt.

Mit seinem einzigartigen Stil zwischen R&B, Funk, Rock und Soul galt Prince als einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler seiner Zeit. Der siebenfache Grammy-Gewinner ging sehr häufig auf Tour. Er produzierte Alben und schrieb Songs für andere Musiker. Er nahm hunderte Titel auf, die bis heute unveröffentlicht sind.

Immer wieder experimentierte er mit verschiedenen Stilen und band diese zu einem unverwechselbaren Werk zusammen. "Die Welt hat eine Menge Magie verloren. Ruhe in Frieden", schrieb die Musikerin Katy Perry auf Twitter.

"Taub. Fassungslos. Das kann nicht echt sein", schrieb ihr Kollege Justin Timberlake. "Prince kann nicht sterben", twitterte der Rapper Ice-T.

"Ein gewaltiger Verlust für uns alle! Was für ein Genie! Sprachlos", schrieb der Schauspieler Samuel Jackson. Prince sei "brillant und größer als das Leben gewesen", twitterte die TV-Moderatorin Ellen DeGeneres. "Was für ein trauriger Tag." Prince sei einer der begabtesten Talente aller Zeiten gewesen, teilte die Recording Academy mit, die jedes Jahr die Grammys verleiht.

"Niemals konformistisch hat er unsere musikalische Landschaft neu definiert und für immer verändert. Prince war ein Original, das so viele beeinflusst hat, und sein Erbe wird für immer fortleben."

Große Hits

„Purple Rain“ (1984): der wohl größte Hit des Musikers. Der Trennungssong („Purpur-Regen“) wurde unzählige Male gecovert, erschien auf dem gleichnamigen Album zu einem gleichnamigen Film.

„Kiss“ (1986): Riesenhit und Ohrwurm, den zum Beispiel die von Julia Roberts gespielte Prostituierte im Film „Pretty Woman“ sang oder der Musiker Tom Jones erfolgreich coverte.

„When Doves Cry“ (1984): Das Lied (auf Deutsch: „Wenn Tauben weinen“) war ein großer Erfolg und sein erster Nummer-eins-Hit in den USA. Es handelt sich um einen Dance-Song ohne Bass.

„1999“ (1982): Lied mit apokalyptischem Text („Als ich heute Morgen aufwachte, hätte ich schwören können, es sei der Tag des Jüngsten Gerichts“). Refrain: „Heut Abend feiere ich so, als ob 19-99 wär . . .“

„Sign o‘ the Times“ (1986): Das Stück beschreibt die Gegenwart mit Aids, Armut und kriminellen Banden, vorgetragen in einem absichtlich ausdruckslosen Sprechgesang.

„Sexy MF“ (1992): Mit dem freizügigen Text, in dem es um sexuelle Spielarten geht, provozierte das Enfant Terrible der Popkultur viele: „Sexy Motherfucker“ bedeutet in etwa „Du geiles Arschloch“.

„Nothing Compares 2 U“ (1985): der Song für die Gruppe The Family wurde vor allem dank der Coverversion der irischen Sängerin Sinéad O’Connor zum Welthit. dpa

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22.04.2016, 06:00 Uhr

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