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Nahost

Potentaten buhlen um Trumps Gunst

Die Mächtigen in Ägypten, Syrien und Saudi-Arabien weinen Barack Obama keine Träne nach.

20.01.2017
  • MARTIN GEHLEN

Kairo. Ägyptens starker Mann Abdel Fattah al-Sissi brüstete sich, er habe als erster ausländischer Staatschef Donald Trump zum Wahlsieg gratuliert. Syriens Diktator Baschar al-Assad kürte den neuen US-Präsidenten gar zu seinem „natürlichen Verbündeten“ im Kampf gegen den Terror. Das saudische Königshaus hofft aufgekratzt, die neue US-Regierung werde sich Erzfeind Iran wieder kräftig vorknöpfen. Israels Benjamin Netanjahu kann es kaum erwarten, im Weißen Haus vorzufahren. Ihm versprach Trump im Wahlkampf freie Hand beim Siedlungsbau plus den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

In Teheran wiederum könnte ein scharfer Kurswechsel der USA die Wiederwahl des moderaten Präsidenten Hassan Ruhani im Mai torpedieren. Irans Hardliner dagegen wittern ihre Chance, durch gezielte Provokationen gegen den impulsiven Obama-Nachfolger den verhassten Atomvertrag loszuwerden und die Liberalisierung der Gesellschaft zu stoppen.

Unter den nahöstlichen Potentaten trauert kaum einer Barack Obama nach. Alle blicken mit hohen Erwartungen auf Trump, weil sie hoffen, der neue US-Präsident werde sich ihre Sicht der Konflikte zu eigen machen. Doch die Konturen dessen Nahostpolitik sind bisher vage. Die Realitäten des Nahen und Mittlere Osten dagegen bleiben gewohnt vertrackt, die jahrzehntelangen Konflikte im gewalttätigsten Teil der Erde ein Nullsummenspiel. Was dem einen nützt, schadet dem anderen. Ansätze für stabile und übergreifende Kooperationen, die sich zum Vorteil der gesamten Region auswirken, gibt es schon lange nicht mehr.

In Syrien hofft Machthaber Assad, Trump werde auf die russische Linie einschwenken, die Unterstützung für die Rebellen kappen und von seinem Regime ablassen. Saudi-Arabien dagegen sieht sich bei Syrien in einer „geopolitischen Allianz“ mit den USA. Man denke nicht daran, „die moderate Opposition ihrem Schicksal zu überlassen“, erklärte Außenminister Adel al-Jubeir. Das ägyptische Regime freute sich, dass Trump allen Islamisten den Kampf ansagte. Kairo setzt darauf, dass Washington die Muslimbruderschaft zur Terrororganisation erklärt. Martin Gehlen

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20.01.2017, 06:00 Uhr

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