Güterverkehr

Kommentar: Preis schlägt Ökologie

Vor neun Monaten trat Sigrid Nikutta die wohl schwerste Aufgabe bei der Deutschen Bahn an.

17.09.2020

Von DOROTHEE TOREBKO

Sie wurde Chefin der DB-Güterverkehrssparte Cargo. Diese ist das Sorgenkind der Bahn. Der Güterverkehr schafft es nicht, mit dem Lastwagen zu konkurrieren, und schreibt seit Jahren rote Zahlen – ohne Aussicht auf Besserung. Nun hat Nikutta ein Konzept vorgelegt. Das sieht mehr Service für Kunden und eine stärkere Vernetzung von Straße und Schiene vor. Ob es tatsächlich aufgeht, ist fraglich.

Das Konzept, das die Bahn als Anbieter kompletter Logistikketten sieht, ist einerseits schlüssig. Denn die Bahn unterhält Logistiktöchter wie Schenker, die die Waren mit Lkw weiter zum Kunden transportieren können. Cargo punktet auch damit, dass die Bahn als einziger Gütertransporteur CO2-freie Lieferketten anbieten kann. In Zeiten, in denen Unternehmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren müssen, ein Plus.

Andrerseits schlägt das Umweltbewusstsein eines nicht: den Preis. Die Bahn ist mit ihrem Angebot auf der Schiene umweltfreundlicher unterwegs als der Lkw, billiger ist sie aber nicht. Wenn sich Kunden zwischen Preis und ökologischem Bewusstsein entscheiden müssen, haben sie häufig den Preis gewählt. Viel leichter wird es die Bahn deshalb auch jetzt nicht haben, sich auf dem umkämpften Markt zu profilieren.

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Erstellt:
17. September 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. September 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. September 2020, 06:00 Uhr

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