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Preise für Bus und Straßenbahn steigen
Im Großraum Stuttgart erhöhen sich die Preise für Fahrkarten um knapp 2 Prozent. Foto: dpa
Nahverkehr

Preise für Bus und Straßenbahn steigen

Wer im Alltag auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, muss bald tiefer in die Tasche greifen. Die kommunalen Betreiber erhöhen die Tarife.

04.10.2016
  • DPA

Berlin/Stuttgart. Ob 10 Cent mehr für den Einzelfahrschein oder mehrere EUR für die Monatskarte: Bus- und Bahnfahren im Nahverkehr wird zum Jahreswechsel wieder spürbar teurer. Im Bundesdurchschnitt verlangen die Unternehmen zwischen 2 und 2,5 Prozent mehr von ihren Fahrgästen, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mit. Die Fahrt zu Schule, Arbeit oder Einkauf verteuert sich damit stärker als das Reisen im Fernverkehr. Hier verlangt die Deutsche Bahn im Dezember durchschnittlich 1,3 Prozent mehr, wie sie am vergangenen Freitag angekündigt hatte.

Die kommunalen Verkehrsunternehmen begründeten ihre Preiserhöhungen mit Tarifsteigerungen für die Beschäftigten und den klammen Kassen der Gemeinden. Im Vergleich der großen Verkehrsverbünde müssen dieses Mal besonders die Fahrgäste in und um München tiefer in die Tasche greifen: Mit 2,9 Prozent fällt der Aufschlag zum Fahrplanwechsel im Dezember noch etwas höher aus als im Vorjahr. Ein Einzelfahrschein in der bayerischen Landeshauptstadt kostet 2,80 EUR, 10 Cent mehr als jetzt.

In Düsseldorf und dem Ruhrgebiet steigen die Preise am Neujahrstag um 2,3 Prozent, in den Großräumen Stuttgart und Frankfurt um 1,9 Prozent, in und um Hamburg und Köln um 1,4 Prozent. Am günstigsten kommen Fahrgäste in Berlin und Brandenburg weg: Mit durchschnittlich gut 0,5 Prozent verteuern sich die Fahrscheine nur wenig.

Aber auch die Verkehrsverbünde, die stärker zulangen, sprechen häufig von nur „moderaten“ Erhöhungen. Hintergrund sind laut Branchenverband VDV Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst von 2,4 Prozent in diesem und 2,35 Prozent im nächsten Jahr. Die Kassen der Gemeinden sind zudem stärker unter Druck geraten, weil die kommunalen Energieanbieter mit ihren konventionellen Kraftwerken nicht mehr so viel Geld einnehmen. Die Stadtwerke betreiben vielerorts auch Busse und Bahnen. So steigt der Druck auf die Ticketpreise.

Stuttgart hat „Feinstaub-Tarif“

Dass der Aufschlag meist schwächer ausfällt als in den Vorjahren, liegt daran, dass er oft auf Indizes beruht, die die Preise für Strom und Diesel berücksichtigen. Je nach Index wirkt sich das zeitversetzt aus. Doch nahezu alle Verbünde liegen deutlich über dem Anstieg der Verbraucherpreise, der zuletzt bei 0,7 Prozent betrug.

Eine Neuheit gibt es in Stuttgart und Umgebung. Dort gilt von Januar an der „Feinstaub-Tarif“. An Tagen mit Feinstaub-Alarm kostet im Winterhalbjahr der Einzelfahrschein nur noch die Hälfte – ein Angebot an die Autofahrer aus der ganzen Region, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne).

Wer über die Grenzen von Verkehrsverbünden hinaus in Regio-Zügen unterwegs ist, zahlt von Mitte Dezember an im Durchschnitt 1,9 Prozent mehr. Das trifft etwa jeden fünften Kunden. Die Preise für diese Fahrten legen die Deutsche Bahn und ihre Konkurrenten fest.

Sie haben in den vergangenen vier Jahren neue Züge für mehr als 4 Mrd. EUR gekauft und müssen das Geld nun wieder hereinholen. Während die Kunden für einige Länder-Tickets nun tiefer in die Tasche greifen müssen, werden das Schöne-Wochenende-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket allerdings nicht teurer. dpa

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04.10.2016, 06:00 Uhr

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