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Unterhaltsam, spritzig

Premiere der Neuen Studiobühne mit Shakespeare-Stück

Die Besucher der „Lustigen Weiber von Windsor“ im Klosterhof in Klosterreichenbach erlebten eine Premiere wie aus dem Bilderbuch. Die Ensembleleistung überzeugte durchweg. Auch die recht kühlen Temperaturen konnten das Theatervergnügen nicht trüben.

04.07.2011
  • petra haubold

Freudenstadt. Ein fettwanstiger, eitler Mann und mehrere umworbene Damen – William Shakespeares „Lustige Weiber“ enthält vermeintlich Gegensätzliches und gibt damit den Stoff für die Sommerinszenierung der Neuen Studiobühne ab. Dieses Mal am neuen Spielort im luftigen Innenhof der Münsterkirche.

Die Premiere am vergangenen Freitag verlief, urteilt man nach der Reaktion des gutgelaunten Publikums, erfolgreich. Regisseur Joachim Wolf und seinem gut 30-köpfigen Ensemble ist zum 20-jährigen Jubiläum der Theatergruppe ein ansehnlicher Wurf gelungen. Die Bearbeitung passt, in der Besetzung waltete eine glückliche Hand, und die Regie achtete darauf, dass in der Komödie auch die ernsten Töne nicht untergehen. Ein unterhaltsames Spiel mit spritzigen Dialogen präsentierten da die engagierten Darsteller unter freiem Himmel.

Begrüßen konnte Wolf 150 Theatergäste, darunter Bürgermeister Norbert Beck, Tourismuschef Patrick Schreib und Ortsvorsteher Karlheinz Nestle. Die Neue Studiobühne könne in diesem Jahr auf 20 Jahre erfolgreiche Theaterarbeit zurückblicken, dabei stünden seit nunmehr zehn Jahren die Freilichtaufführungen des Sommertheaters Baiersbronn im Vordergrund, bilanzierte Wolf.

Die im Jahr 1597 verfasste Komödie handelt von Sir John Falstaff, einem rauf- und trinksüchtigen Soldaten. Der ehemalige Intimus des Kronprinzen umwirbt die Bürgersfrauen Ford und Page, allerdings mehr aus materiellen, denn aus erotischen Motiven und schreibt ihnen identische Liebesbriefe.

Doch die gewitzten Frauen (Dagmar Buchter und Laura Thomsen) haben ihn bald durchschaut. Sie beschließen, sich zu rächen, laden Falstaff zu amourösen Rendezvous‘ ein und führen ihn gewieft an der Nase herum. So fliegt der Schwindel auf, die Damen locken Falstaff in die Falle und er muss schließlich fliehen.

Dazwischen mischen sich noch ein pensionierter Friedensrichter (Frieder Hartmann), ein walisischer Pastor (Markus Vögele) und der benachbarte Gastwirt (Hans Bohnet) in den bunten Handlungsreigen ein. Dabei kommt das Leben aller Beteiligten gehörig durcheinander.

Ganz zur Freude des Publikums, das vor der traumhaften Kulisse der romanischen Münsterkirche, die bei zunehmender Dämmerung immer abstrakter wirkte, reichlich Szenenapplaus gab. Frank Gaiser spielte überzeugend den trotteligen, selbstherrlichen John Falstaff. Martin und Stefan Dieterle am Keyboard sowie Sopranistin Heike Stoll-Dieterle setzten virtuos den musikalischen Rahmen. Für die prächtige Kostümierung zeichnete Marianne Wolf verantwortlich.

Das Schauspiel ist mit schillernden Kuriositäten durchwirkt: Die lebensfrohe Anne Page, die den Verehrer ganz zeitgemäß als „großmäuligen Kotzbrocken“ betitelt, das klangvolle Tänzeln der Gefolgsleute Fallstaffs auf der Bühne, der französisch parlierende Dr. Caius (Harald Schneider), der den Pastor zum Duell herausfordert, und der verarmte Adlige Fenton (Rogger Janaczek), der Anne Page heimlich liebt. Sie geben dem Theaterspektakel mit Musik, Gesang und Tanz eine fröhliche Ergänzung.

Weitere Vorstellungen gibt es am 7., 8., 9., 10., 15. und 17. Juli. Beginn ist um 20.30 Uhr, sonntags um 20 Uhr. Die Dorfgemeinschaft Klosterreichenbach bewirtet vor dem Stück und in der Pause. Info unter www.neue-studiobuehne.de.

Premiere der Neuen Studiobühne mit Shakespeare-Stück
Die Komödie „Die lustigen Weiber von Windsor“ um Sir Falstaff hat viele turbulente Szenen.Bild: pez

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04.07.2011, 12:00 Uhr

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