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Dichtes Kammerspiel über Palästeninenser-Alltag unter israelischer Fuchtel - nicht frei von Propaganda-Tönen.

Dichtes Kammerspiel über Palästeninenser-Alltag unter israelischer Fuchtel - nicht frei von Propaganda-Tönen.

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Italien

Regie: Saverio Costanzo
Mit: Lior Miller,Mohammad Bakri,Tomer Russo

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015

Sophie und Julien inszenieren die Liebe als Mutprobe. Das kann auf Dauer nur funktionieren, wenn die Spirale sich immer schneller dreht. Aber die beiden haben ja genug Zeit, um die Leidenschaft in Form einer Wette „Flop“ oder „Topp“ zu perfektionieren, die dem anderen immer neue verrückte Beweise abverlangt. Ihre Affäre ist eine jener vertrackten Beziehungen, die auf eine Kinderfreundschaft zurück geht.

In der Vorstadtstraße in den stumpfen Farben der 70er Jahre wird die kleine Sophie wieder einmal von ihren Klassenkameraden gedemütigt. Wer Kowalski heißt und in einer Sozialwohnung lebt, ist als Außenseiterin prädestiniert. Aber der gleichaltrige Julien solidarisiert sich mit Sophie und schenkt ihr zum Trost seinen wertvollsten Besitz. Es ist eine bunte Blechdose, als Karussell bemalt, die Julien von seiner sterbenskranken Mutter bekommen hat.

Als er Sophie bittet, ob er das Karussell im Notfall manchmal zurückhaben könne, lehnt das Mädchen ab: Nur wenn er zuvor eine Mutprobe für sich entscheide. Fortan wandert das Karussell zwischen den beiden hin und her. Sich an den Händen haltend, trotzen sie dem Rektor ihrer Schule, machen Radau bei der Hochzeit von Sophies älterer Schwester. Je älter sie werden, desto destruktivere Auswege findet ihre im Grunde narzisstische Obsession. Da hilft es auch wenig, dass beide inzwischen längst ihr eigenes Leben (samt jeweiligen Ehegatten beziehungsweise Kindern) führen und sich eine zehnjährige Auszeit von der Mutproben-Wette verordnet haben. Spätestens jetzt kann man den Film auch als Beispiel des etwas härteren schwarzen Humors rezipieren.

Die Szenerie wirkt häufig seltsam unreal, manchmal wie ein verrücktes Bilderbuch, manchmal scheint die weite Öde amerikanischer Vorstädte die Beiden zu umgeben. Immer wieder löst sich das Geschehen in Zeichentrick-Szenen im Kopf des Helden auf. Dann möchte man die ganze Geschichte für eine Traum-Phantasie von Regisseur Yann Samuell halten, eine bizarr ausgesponnene Spielidee aus dessen eigener Kinderzeit. Den kitschigen deutschen Titel hat der Film, der im Original einfach „Jeux d’enfants“ (Kinderspiele) heißt, nicht verdient.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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03.05.2006

12:00 Uhr

Urel schrieb:

Eben genau keine Propaganda sondern ein ehrlicher Versuch den verfahrenen israelisch-palästinesnischen Konflikt von der menschlichen Seite her zu zeigen. Die Situation im Film ist, ebenso wie im wahren Leben, verfahren und keine der beiden Seiten weiß so recht einen Ausweg. Beide haben ebenso ein nachvollziehbares Motiv für ihr vorgehen und Angst vor den anderen. Ein beeindruckender Einblick und sehr empfehlenswerter Film.



16.04.2006

12:00 Uhr

dirty harry schrieb:

was ein scheiß!!! Propaganda bis zum Abwinken........ gehört verboten!!



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