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Privates zur Unzeit
„Minister stehen nicht unter Artenschutz“

Privates zur Unzeit

Das kommt jetzt richtig ungeschickt für Alexander Bonde, noch bis Ende der Woche grüner Landwirtschaftsminister. Ein Mandat hatte und hat er nicht (das hat ihm die Basis verweigert), einen neuen Ministerposten hat er noch nicht (Personalien werden erst später verhandelt), und eine Freundin hat er nicht mehr: Kerstin Lamparter, mit 26 Jahren eine grüne Hoffnungsträgerin, erklärte sich gestern öffentlichkeitswirksam zur Trennung.

29.04.2016
  • ANDREAS BÖHME

Lamparter, die im Wahlkreis Hechingen/Münsingen knapp gegen den CDU-Kandidaten verlor, erklärte ihren Rücktritt von mehreren Parteiämtern: Sie wolle Bonde nicht mehr begegnen.

Ihre Partei stehe für Transparenz und Ehrlichkeit, schreibt Lamparter auf ihrer Facebook-Seite, deshalb habe sie sich entschieden, über ihre Beziehung zum 41 Jahre alten Minister zu sprechen: "Für mich war es eine ernsthafte Liebesbeziehung mit Rücksicht für den anderen." Sie sehe nun aber keine Veranlassung mehr, Bonde zu schützen: "Keine von Euch", wendet sie sich an Frauen "in ähnlichen Situationen", habe es nötig, "auf einen Mann zu warten, der nur Versprechungen macht. Frauen sind kein Spielzeug, Minister stehen nicht unter Artenschutz."

Alexander Bonde saß zwischen 2002 und 2011 im Bundestag, bevor Kretschmann ihn in sein erstes Kabinett holte. Seine Frau Conny Mayer, mit der er drei Kinder hat, verließ den Bundestag bereits 2005, sie ist heute Professorin an der Dualen Hochschule in Ravensburg. Wie gefährlich die "gefährliche Liebelei im Ländle", so die "Bunte", für den Kretschmann-Vertrauten politisch wird, ist derzeit nicht auszumachen. Gestern postete Bonde demonstrativ ein Facebook-Foto, das ihn mit seiner Frau vor dem Nationalpark Nordschwarzwald zeigt. Am Montag will die neue grün-schwarze Landesregierung ihren Koalitionsvertrag präsentieren, am Abend soll Bonde dazu eine Regionalkonferenz leiten. Die Veröffentlichung aus dem Privatleben, würde Erwin Teufel sagen, kommt in dieser Situation wohl zur Unzeit.

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29.04.2016, 06:30 Uhr

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