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Ein Hoch der Fleckenfasnet

Prof. Werner Mezger macht in seinem Fasnetbuch derbe Gesellen salonfähig

Das am 28. Januar im Theiss-Verlag erschienene Buch „Schwäbisch-Alemannische Fastnacht“ von Professor Dr. Werner Mezger, birgt für die Empfinger Narretei eine freudige Überraschung. Die einheimische Fleckenfasnet hat darin einen ehrenvollen Platz in der großen schwäbisch-alemannischen Fasnet erhalten.

11.02.2015

Von WERNER BAIKER

Empfingen. Volkskundler Werner Mezger erwähnt bei der Beschreibung der Orte der Fasnetslandschaft Neckar-Alb, dass sich im ehemals hohenzollerischen Empfingen eine besonders bunte Traditionsfastnacht erhalten habe, die durch ihre einfachen Verkleidungen und freien Gruppen nach wie vor den Charakter einer echten, ländlichen „Fleckenfasnet? besitze. Ob es die Dominos oder Bajasse seien, die ihre Späße machen, die Rußhexen, die am Donnerstag vor Fastnacht die Leute schwärzen, die Kneller, die mit Butzenhut und in Frauenröcken ihre Geißeln schwingen, oder der Strohbär, der durch den Ort getrieben wird ? jede einzelne Figur sei hoch originell. Mit Abbildungen von Kneller und Rußhexe unterstreicht er dieses. Die Bilder stammen vom Karlsruher Fotografen Ralf Siegele, der als Fastnachtsfotograf internationalen Ruf besitzt.

Ralf Siegele war an der vergangenen Fasnet mit den Ausgestopften im Flecken unterwegs und auch eines der dabei entstandenen Bilder hat Einzug in das dicke Fasnetsbuch gefunden, welches schon im Vorfeld als das neue „Kutterbuch? gelobt wurde. Wilhelm Kutter war Redakteur beim Südfunk Stuttgart und brachte 1976 einen Bildband „Schwäbisch-Alemannische Fastnacht? mit fast 300 Bildern heraus, der auch einige schöne Fastnachtsfiguren aus der hiesigen Raumschaft präsentierte. Interessanterweise aber ohne Empfinger Fasnet.

Auch in Werner Mezgers „Großes Buch der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht?, 1999 ebenfalls im Theiss-Verlag erschienen, war die einheimische Fleckenfasnet mit ihren teilweise derben Gestalten noch kein Thema.

Nun aber sind es gerade diese, auf welche die Kulturwissenschaftler ein Augenmerk richten. „Etwas Einzigartiges aber stellt am Fasnetsmontag in Empfingen der Auftritt der Ausgestopften dar....? stellt der Autor fest und beschreibt deren Aussehen und Brauchtum.

Beim europäischen Vergleich betont Mezger, dass im schwäbisch-alemannischen Bereich diese strohgepolsterten Figuren rar und außer in Empfingen, nur noch die ?Wueschte? in Villingen und der Lumpenhund in Gengenbach bekannt sind.

Die Entwicklung vom weißen Fleck auf der närrischen Fasnetslandkarte zum jetzigen überraschenden Erscheinen im neuen Buch dauerte lange. Einen nicht zu verachtenden Einfluss auf diese positive Entwicklung hatte die Dokumentation und Aufgliederung der historischen Empfinger Fasnet im Buch „Oh Latschaboo, oh Schaluschee?, das im Jahr 2000 von der Narrenzunft herausgegeben worden war.

Aus der hiesigen Raumschaft sind neben Rottenburg und Haigerloch auch Horb, Trillfingen und Gruol erwähnt.

Info Werner Mezger, Schwäbisch-alemannische Fastnacht. Mit Fotos von Ralf Siegele. Etwa 288 S. mit ca. 250 farb. Abb., geb. mit SU, € 49,95 [D]

ISBN 978-3-8062-2947-9.

In Werner Mezgers Buch Schwäbisch Alemannische Fasnet ist diese Aufnahme der Ausgestopften aus Empfingen zu finden. Bild: Ralf Siegele

Der Umschlag des neuen Buchs von Werner Mezger.Theiss-Verlag

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Erstellt:
11. Februar 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Februar 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2015, 12:00 Uhr

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