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Itzehoe

Prokon sucht wieder nach Geldgebern

Zwei Jahre nach der Insolvenz startet der Energieanbieter Prokon (Itzehoe) als Genossenschaft neu durch.

16.04.2016
  • DPA

Itzehoe. Von August bis Dezember des vergangenen Jahres habe die Genossenschaft in Deutschland knapp 39 Mio. EUR umgesetzt und 1,6 Mio. EUR Vorsteuergewinn erzielt, teilte Prokon mit. Für 2016 erwarte das Unternehmen einen Umsatz von 105 bis 115 Mio. EUR und ein positives Vorsteuerergebnis. Die neue Prokon ist in drei Geschäftsfeldern tätig: Dem Betrieb bestehender und der Projektierung neuer Windparks sowie dem Stromhandel.

Vor der Insolvenz hatten rund 75 000 Anleger 1,4 Mrd. EUR in Prokon investiert. Sie haben gut 40 Prozent ihres Einsatzes verloren, können aber auf künftige Ausschüttungen der Genossenschaft hoffen, sofern sie dabeigeblieben sind. Heute hat Prokon 38 000 Mitglieder, betreibt 55 kleinere Windparks mit 328 Windkraftwerken und beliefert rund 34 000 Endkunden mit Strom. Prokon sei damit die größte Energiegenossenschaft in Deutschland.

"Wir wollen in den nächsten drei bis fünf Jahren die Zahl unserer Mitglieder mehr als verdoppeln und 100 000 Genossen erreichen", sagte Aufsichtsratschef Udo Wittler. Eine Genossenschaft gewinnt Kapital durch zusätzliche Mitglieder.

Nach der Insolvenzphase hat die Genossenschaft im vergangenen August ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen. Die beiden Interimsvorstände Kai Peppmeier und Andreas Knaup sind nach dem Ablauf der Generalversammlung am Donnerstag aus ihren Ämtern ausgeschieden. Prokon wird nun von Henning von Stechow und Heiko Wuttke geführt.

"Unsere Produktpipeline ist gut gefüllt", sagte Wuttke. So sollen die Windenergie-Kapazitäten in Deutschland noch in diesem Jahr um rund 20 Prozent oder 100 Megawatt steigen. "Prokon konzentriert sich nunmehr auf das solide und werthaltige Kerngeschäft", sagte von Stechow. Im Sommer gibt Prokon eine Anleihe über 500 Mio. EUR heraus, die mit 3,5 Prozent verzinst wird.

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16.04.2016, 06:00 Uhr

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