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S21

Prominenz feiert den ersten Durchschlag im Kessel

Der Eisenbahn-Tunnel zwischen Bad Cannstatt und Hauptbahnhof ist im Rohbau fertig.

19.12.2016
  • RAIMUND WEIBLE

Stuttgart. Gerade vier Wochen nach der Feier für den Durchschlag des Albabstiegstunnels in Ulm steht das nächste Fest an. Am heutigen Montagnachmittag kommt Prominenz unterhalb des Kriegsbergs in Stuttgart zusammen, um den Durchschlag des Tunnels zu feiern, der von Bad Cannstatt zum neuen Tiefbahnhof führt. Ein Ereignis von Bedeutung: Es ist der erste Tunnel-Durchschlag für den neuen Hauptbahnhof im Kessel.

Zu der Feier haben sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, Landesinnenmister Thomas Strobl (CDU) und der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) angesagt. Der OB war der Feier der Grundsteinlegung für den neuen Bahnhof am 16. September noch ferngeblieben, Erster Bürgermeister Michael Föll (CDU) vertrat ihn.

Der 3,5 Kilometer lange Tunnel ist Teil des neuen, überwiegend im Untergrund verlaufenden Schienenrings. Im März 2014 hatte das von Hochtief angeführte Konsortium mit dem Bau begonnen. Nach 33 Monaten haben die Unternehmen die schwierigste Etappe hinter sich gebracht. „Wir liegen im Zeitrahmen“, sagte ein Sprecher.

Beim Bau des Tunnels sind 370 000 Kubikmeter Abraum angefallen. Das Gestein ist am nahegelegenen Nordbahnhof umgeschlagen und mit Zügen abtransportiert worden. Dadurch sei, wie ein Sprecher sagte, ein die Stadt querender Lastwagenverkehr vermieden worden. Beim Vortrieb durchstießen die Mineure zwei Bereiche mit Anhydrit, einer Gesteinsschicht, die wegen ihrer quellenden Eigenschaften bei Zufuhr von Wasser gefürchtet ist. Die Bahn wendete dabei eine neue technische Methode an. Diese Methodik stimmt die Projektgesellschaft zuversichtlich, dass der Tunnel sicher betrieben werden kann.

Die Projektgesellschaft stützt sich beim Umgang mit dem heiklen Gipskeuper auf das Fachwissen des Tunnelbau-Experten Walter Wittke. Die Mineure versuchten, durch trockenes Arbeiten, „vorauseilende“ Injektionen von Polyurethan in wasserführende Schichten, durch den Bau von Abdichtungsbauwerken und nachlaufende Injektionen Wassereintritte in den Anhydrit zu vermeiden oder auf ein Minimum zu reduzieren, teilte die Projektgesellschaft mit.

Auch die Form des Tunnelquerschnitts habe einen entscheidenden Einfluss auf die Wasserzufuhr. Das neu eingesetzte U-Profil verhindere, dass sich in den Zwickeln unterhalb der Innenschale des Tunnels Wasser ansammelt. Der für den Tunnel Bad Cannstatt und Feuerbach zuständige Projektleiter Christoph Lienhart sagte: „Dieses neue Bauverfahren hat sich bestens bewährt.“ Raimund Weible

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19.12.2016, 06:00 Uhr

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