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Kinostarts der Woche

Psychokrise in den Alpen, Wahnsinn im Wilden Westen

Juliette Binoche kriegt in den Schweizer Alpen vergnüglich die Krise. Vier Frauen und ein Galgenvogel ziehen durch den Wilden Westen. Der Überfall auf seine Kneipe bringt einen Barkeeper in die Bredouille. Dies und mehr gibt es diese Woche neu in den Kinos der Region. Und nicht zu vergessen: Der letzte Leinwand-Auftritt von Robin Williams.

19.12.2014
  • tol

Psychokrise in den Alpen, Wahnsinn im Wilden Westen
"Die Wolken von Sils Maria"

In der schon bei den Französischen Filmtagen gezeigten Psychostudie Die Wolken von Sils Maria schlittert eine alternde Bühnendiva (Juliette Binoche) in eine Lebens- und Schaffenskrise, die Regisseur Olivier Assayas („Carlos“) aber nicht über Gebühr dramatisiert. Exzellente Darsteller, geschliffene Dialoge und die elegante Inszenierung verbinden sich vielmehr zu einem vergnüglich ironischen Vexierspiel, in dem sich Theater und Leben ständig überkreuzen. Sahnehäubchen ist der Schauplatz Oberengadin mit seinem berühmten Naturschauspiel der aufziehenden Wolkenbänder (Museum).

Psychokrise in den Alpen, Wahnsinn im Wilden Westen
"The Homesman"

Von Frauen im Wilden Westen handelt der Film The Homesman von Man in Black Tommy Lee Jones. Drei davon treiben die Entbehrungen in den Wahnsinn, die vierte (Hilary Swank) will die Kranken in ein Pflegeheim Osten bringen – Tausende Kilometer weit durch menschenfeindliches Terrain. Weil ihr dabei doch etwas mulmig ist, engagiert sie einen Vagabunden (Jones himself) als Begleiter. Die Geschichte ähnelt dem Dschungel-Klassiker „African Queen“. „Allerdings sei dringend davor gewarnt, sich in Sicherheit einer Outdoor-Romanze zu wiegen, denn in Sichtweite des Happy-ends versetzt der Film der Erwartungshaltung einen brutalen Schlag, von dem sich auch hartgesottene Kinogänger nicht so leicht erholen“, schreibt Tagblatt-Kritiker Klaus-Peter Eichele, dem der bildstarke Film trotzdem gut gefallen hat (Museum, Planie).

Psychokrise in den Alpen, Wahnsinn im Wilden Westen
"The Drop - Bargeld"

In dem Gangsterthriller The Drop – Bargeld (Arsenal) gerät ein New Yorker Barkeeper (Tom Hardy) nach einem Überfall auf seine Kneipe in die Bredouille. Denn die Beute war Eigentum der örtlichen Unterwelt, die nun ihr Geld zurückfordert. Bei der Suche nach den Räubern sind der Barmann und sein Bruder (James Gandolfini) auf Fähigkeiten aus ihrer kriminellen Vergangenheit angewiesen. Gedreht nach einer Short Story des US-Schriftstellers Dennis Lehane („Shutter Island“), „konzentriert sich dieser New-York-Thriller ebenso stark auf die Gesichter wie auf die manifeste Gewalt. Und lässt dabei bis zum beklemmenden Finale offen, wer Jäger und wer Gejagter ist“ (Tabglatt-Kritikerin Dorothee Hermann).

Psychokrise in den Alpen, Wahnsinn im Wilden Westen
"1001 Gramm"

Die Tragikomödie 1001 Gramm erzählt die Geschichte einer spröden Norwegerin, die ganz in ihrem Job als Angestellte im Eichamt von Oslo aufgeht. Bei einer beruflich veranlassten Reise nach Paris geht ihr allerdings auf, dass Maße und Gewichte nicht alles im Leben sind. Passend dazu weicht Regisseur Bent Hamer („Kitchen Stories“) die anfangs strenge Symmetrie und geometrischen Arrangements seiner Bilder immer mehr auf. „Doch können solche stilistischen Finessen wie auch das zurückhaltend intensive Spiel der Hauptdarstellerin Ane Dahl Torp kaum darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte samt Botschaft nur Kino-Dutzendware ist“, bemängelt Klaus-Peter Eichele in seiner Kritik.

Außerdem neu im Kino: In dem Hollywoodfilm Serena der Dänin Susanne Bier spielen Jennifer "Katniss" Lawrence und Bradley Cooper ein Unternehmer-Ehepaar, das in der Weltwirtschaftskrise von 1929 privat (uneheliches Kind) und geschäftlich (Ärger mit Umweltschützern) unter Druck gerät (Atelier). In der dritten Folge von Nachts im Museum muss sich Nachtwächter Larry (Ben Stiller) ein weiteres Mal mit lebendigen Museumsexponaten herumschlagen. Schauplatz ist das British Museum in London, wo unter anderem Tafelrunden-Ritter Lancelot und ein von Ben Kingsley gespielter Pharao von den Toten auferstehen (Museum, Planie). Sehenswert ist der Film aber nur wegen der letzten Auftritte der kürzlich verstorbenen Altstars Robin Williams und Mickey Rooney.

Für Kinder gibt es diese Woche den niederländischen Film Finn und die Magie der Musik: Ein kleiner Junge heimlich Geige spielen, um seiner verstorbenen Mutter nahe zu sein (Waldhorn, Atelier. Der kleine Drache Kokosnuss ist die Trick-Verfilmung der erfolgreichen Kinderbuchreihe um den abenteuerlustigen Feuerspeier und seine Freunde (Museum, Planie). Außerdem zeigt das Tübinger Stadtmuseum am Sonntag um 13 Uhr den Weihnachtstrickfilm Der Stern von Bethlehem von Lotte Reiniger aus dem Jahr 1956.

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19.12.2014, 12:00 Uhr

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