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Wie waren Sie so mit 16?

Pubertärer Auftakt der Französischen Filmtage

Seit gestern ist auf sieben von zehn Kinoleinwänden im Kreis Tübingen die Verkehrssprache Französisch. Bereits am Mittwochabend wurden die 29. Französischen Filmtage im Kino Museum feierlich eröffnet.

02.11.2012
  • KLAUS-PETER EICHELE

Tübingen. Wie immer, wenn Tübingens größtes und ältestes Filmfestival zu seiner Auftaktzeremonie ruft, war der große Museums-Saal mit seinen über 600 Plätzen rappelvoll (in den Tagen danach kommt das dann eher selten vor). Neben dem Sehen und Gesehenwerden lockte diesmal eine filmische Zeitreise. Im Eröffnungsfilm „Camille redouble“ (Camille wiederholt) wird eine verbitterte Vierzigjährige durch einen nicht näher erläuterten Zauber 25 Jahre zurückkatapultiert. Dort, in den knallbunten achtziger Jahren, muss sie noch einmal Freud und Leid ihrer Pubertät durchleben – allerdings mit dem Bewusstsein und im Körper einer Erwachsenen. „Mich hat interessiert, ob unsere Persönlichkeit einen unveränderlichen Kern hat, egal wie alt wir sind“, gab die sympathische Regisseurin und Hauptdarstellerin Noémie Lvovsky dem Premierenpublikum mit auf den zwischen Gaudi, Melancholie und Lebensklugheit perfekt austarierten Film.

Quelle: Festival TV Französische Filmtage

Ehe der (erstmals bei einem Filmtage-Auftakt: digitale) Projektor angeworfen wurde, musste sich die Grußwort-Prominenz von Moderatorin Stefanie Schneider befragen lassen, wie das denn bei ihnen so war, in der Pubertät. „Mit 16 wusste ich noch gar nicht, was eine Jungfrau ist“, witzelte der damalige Waldorfschüler und jetzige Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. „Das war eine lustige Zeit“, bekannte dagegen sein grüner Parteifreund Jürgen Walter, Staatssekretär im Stuttgarter Kunst ministerium, das die Französischen Filmtage mit 113 000 Euro im Jahr unterstützt. Für die üblichen Höflichkeiten blieb aber schon auch noch Zeit: „Die Filmtage machen Tübingen größer als es ist“ (Palmer). „Dieses Festival ist einzigartig in Deutschland“ (Walter). Nach weiteren launigen Interviews mit dem französischen Kulturattaché und dem Schweizer Konsul musste Festivalchef Christopher Buchholz im Schweinsgalopp seine Pflicht erfüllen: Jurys begrüßen, Sponsoren danken, Programm-Highlights ankündigen. Und natürlich erklären: „Die 29. Französischen Filmtage sind eröffnet.“

Pubertärer Auftakt der Französischen Filmtage
Stefanie Schneider begrüßt Auftakt-Regisseurin Noémie Lvovsky (links).Bild: Faden

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02.11.2012, 12:00 Uhr

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