Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Bio, Erdkunde und Co. auf Englisch

Quenstedt-Gymnasium bietet bilingualen Zug an

Sprechen hilft am meisten: Eine Sprache zu lernen gelingt am einfachsten über die Praxis. Deswegen – und weil Englisch immer wichtiger wird – gibt es am Quenstedt-Gymnasium ab dem neuen Schuljahr einen bilingualen Zug.

13.06.2012
  • Gabi Schweizer

Mössingen. Wer mag, der kann. Wer nicht will, der muss nicht. Warum sollen wir das nicht machen? So hat es eine Schülerin mal ausgedrückt, und Quenstedt-Rektorin Gudrun Röderer fand diesen Satz sehr passend für das neueste Projekt des Gymnasiums. Kollegen, Elternbeiräte und die Schulkonferenz hätten sich für einen bilingualen Zug ausgesprochen, schon lange würde darüber an der Schule diskutiert. Überraschend kam schon jetzt die Zusage vom Regierungspräsidium. Die Schulleitung hatte sich darauf eingestellt, noch ein Jahr warten zu müssen. Statt dessen kann es bereits im Herbst losgehen.

Das bedeutet: Die neuen Fünftklässler/innen – 99 sind es insgesamt – können in der fünften Klasse zwei, in der sechsten eine zusätzliche Englischstunde belegen. Die Kinder sollen vor allem lernen, sich in der Fremdsprache auszudrücken. Und natürlich werden sie besonders jene Vokabeln lernen, die im Erdkundeunterricht ab Klasse sieben wichtig werden. „Hill“, „Mountain“ und dergleichen – das sollten für die Schüler dann gängige Begriffe sein.

Denn ab der Mittelstufe wird jeweils ein Fach in der Fremdsprache gelehrt – entweder Biologie, Geschichte, Gemeinschaftskunde oder Geografie. Teilweise sind es sogar zwei Fächer, so dass die Kinder in der Woche zwei bis fünf Stunden haben, in denen sie ihr Englisch quasi nebenbei üben können (und wenn’s mal nicht klappt, darf der Lehrer ganz undogmatisch auf Deutsch ausweichen).

In der elften und zwölften Klasse haben die Schüler/innen dann entweder ein vierstündiges bilinguales Sachfach oder einen Seminarkurs auf Englisch – Voraussetzung für die „Internationale Abiturprüfung Baden-Württemberg“. Die Lehrer erhalten eine Zusatzausbildung – Englisch und das jeweilige andere Fach müssen sie ohnehin studiert haben. „Klar ist, dass sie nicht im gleichen Maße auf fertiges Unterrichtsmaterial zurückgreifen können“, sagt Konrektor Horst Hirning: „Das erfordert von den Kollegen erhöhten Einsatz.“ Neue Bücher muss das Quenstedt erst noch anschaffen.

Manche Kinder, das gibt Hirning zu, werden von dem Angebot überfordert sein. Es bedeutet ja nicht nur, dass sie ihre Erdkundeklausur auf Englisch schreiben müssen, sondern auch, dass sie bis zur zehnten Klasse insgesamt zehn zusätzliche Wochenstunden haben. Doch die Vorteile sieht er klar in der Mehrzahl. Er weiß von Seminaren an der Uni, die auf Englisch abgehalten werden.

Gerade in Naturwissenschaften sei es üblich, die Diplomarbeit in dieser Sprache zu verfassen. Bei Artikeln in Fachzeitschriften sowieso. Von jungen Menschen würde heute erwartet, dass sie mindestens eine, besser zwei Fremdsprachen fließend beherrschen, sagt Gudrun Röderer – die bei ihren Unterrichtsbesuchen immer wieder erstaunt ist, wie gut die älteren Schüler auf Englisch parlieren.

Vorgestern gingen Infobriefe an die Eltern der künftigen Fünftklässler raus, am 21. Juni soll es einen Infoabend geben. Ganz ideal ist das Timing nicht. Die Schulleiter hatten gehofft, sie könnten an die Öffentlichkeit gehen, noch ehe die Anmeldungen vorüber waren. Dennoch ist Hirning zuversichtlich, dass zahlreiche Kinder den zusätzlichen Englischunterricht in der Unterstufe wählen werden. Ob sie den darauf aufbauenden bilingualen Zug belegen, müssen sie ja erst in anderthalb Jahren entscheiden.

An den drei Profilen – das „breiteste Bildungsangebot im Steinlachtal“, betonen die Schulleiter – wird sich durch den bilingualen Zug nichts ändern: Nach wie vor gibt es ein naturwissenschaftliches, ein Sport- und ein sprachliches Profil – mit Englisch, Französisch oder Latein und Italienisch. Die Unterrichtsinhalte im bilingualen Zug sind dieselben. Nur Englisch wird für die bilingualen Schüler getrennt unterrichtet. Sonst würde ihnen wohl langweilig.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

13.06.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball