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Quereinstieg bis ganz nach oben
Klaus Kinkel wird heute 80 Jahre alt. Foto: afp
Klaus Kinkel

Quereinstieg bis ganz nach oben

Klaus Kinkel war ein enger Wegbegleiter Hans-Dietrich Genschers. Jetzt wird der Ex-Außenminister 80 Jahre alt.

17.12.2016
  • BETTINA WIESELMANN

Berlin. Bürgermeister von Hechingen hätte er auch werden können. Doch obschon die Stichwahl, bei der Klaus Kinkel 1967 in seiner Heimatstadt ganze 200 Stimmen fehlten, wegen Wahltäuschung vom Verwaltungsgericht aufgehoben wurde, beließ es der 31-jährige promovierte Jurist bei diesem einen Ausflug ins Kommunale. „Ich bin dann aus lauter Kummer später Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Justiz- und Außenminister geworden“, scherzt Kinkel heute.

Allein die kurze Zeit als FDP-Bundesvorsitzender kann Klaus Kinkel, der am heutigen Samstag 80 Jahre alt wird, nicht auf der Habenseite seiner ungewöhnlichen Karriere verbuchen. Mehr auf Druck als aus eigener Neigung hatte sich der bekennende Schwabe, der erst nach seiner Ernennung zum Bundesjustizminister 1991 in die Partei eingetreten war, zwei Jahre darauf an die FDP-Spitze wählen lassen: „Ich war nicht glücklich und auch nicht sonderlich erfolgreich.“ Dem gradlinigen Seiteneinsteiger, der höchste Beamtenränge erklommen hatte und einer der beliebtesten deutschen Politiker wurde, fehlte der Stallgeruch.

Ohne FDP („ich habe ihr viel zu verdanken“) freilich ist die berufliche Biografie Kinkels nicht zu denken. Der damalige Innenminister und spätere FDP-Bundesvorsitzende Hans-Dietrich Genscher war auf den fleißigen jungen Beamten, der zum Widerspruch neigte, 1970 aufmerksam geworden, holte ihn zunächst als persönlichen Referenten, nahm ihn 1974 ins Außenministerium mit. „Das ist mir geschenkt worden, dass ich Innen- wie Außenpolitik intensiv erleben durfte“, sagt Kinkel, der unter Genscher zuletzt Leiter des Planungsstabs war. Nach dessen Rücktritt 1992 wurde er bis zum Ende der schwarz-gelben Koalition 1998 selber Außenminister. Genschers Tod in diesem Frühjahr beendete eine 46-jährige Verbundenheit bis in die letzten Tage: „Wir waren sehr, sehr eng.“

Das Berliner Thomas-Dehler-Haus, das am 20. Dezember zur Geburtstagsfeier für den Parteifreund geladen hat, musste ein Ausweichquartier mieten, so groß ist schon der Andrang. Festredner wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sein. Wer will, kann darin auch eine schwarz-gelbe Wiederannäherung sehen. Bettina Wieselmann

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17.12.2016, 06:00 Uhr

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