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Essen

RWE-Aktionäre tragen Umbau des Konzerns mit

Der kriselnde Stromriese RWE ruft angesichts kräftiger Einbrüche wegen der Energiewende die Politik um Hilfe.

21.04.2016
  • DPA

Essen. "Weitere, massive Verluste unseres Kraftwerksgeschäftes können wir uns auf Dauer nicht leisten", sagte Vorstandschef Peter Terium auf der Hauptversammlung des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns in Essen: "Wir haben nicht viel Zeit. Unsere finanzielle Situation ist angespannt."

Börsenstrompreise von nur noch 20 EUR bedeuteten den Ausnahmezustand, sagte Terium. Damit sei die Versorgungssicherheit in Deutschland in "höchster Gefahr". Die Bundesregierung müsse handeln.

Der Ökostrom-Boom hat die im Großhandel erzielbaren Strompreise dramatisch gedrückt. Die großen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke verdienen kaum noch Geld. Die Energiekonzerne wollen eine Entschädigung dafür, dass sie die großen konventionellen Kraftwerke als Puffer gegen die Schwankungen von Wind- und Sonnenstrom bereithalten. Das wird unter dem Stichwort "Kapazitätsmarkt" diskutiert. Bislang lehnt der Bund das ab.

Vertreter der kommunalen RWE-Aktionäre hatten vorab erwogen, den RWE-Vorstand nicht zu entlasten. Das wäre ein heftiger öffentlicher Denkzettel für Terium gewesen. Die Kommunalaktionäre sind mit rund 24 Prozent Anteil am Unternehmen die größte Aktionärsgruppe. Unmittelbar vor der Versammlung teilte der Geschäftsführer des Verbandes der Kommunalaktionäre, Ernst Gerlach, aber im WDR mit, die Mehrheit der Kommunen stehe hinter Terium. Der RWE-Chef will die Zukunftsbereiche des Unternehmens in eine neue Firma ausgliedern, diese an die Börse bringen und so an Geld für Investitionen kommen.

Terium musste seine Rede kurzzeitig unterbrechen, als mehrere Demonstranten auf die Bühne stürmten. "Eure Zeit ist abgelaufen", skandierte die Gruppe von Umweltschützern. Nach mehreren Minuten hatte die Polizei die Lage wieder im Griff.

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21.04.2016, 06:00 Uhr

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