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Radikalkur für das Flaggschiff
Die Visualisierung zeigt, wie in zehn Jahren das Klinikum Stuttgart an der Kriegsbergstraße aussehen könnte. Foto: Grafik: Klinikum Stuttgart
Krankenhäuser

Radikalkur für das Flaggschiff

Stadtverwaltung plant, bis 2028 in Neubauten am Katharinenhospital 750 Millionen Euro zu investieren. Alle alten Gebäude auf dem Gelände sollen abgerissen werden.

06.03.2018
  • DANIEL GRUPP

Stuttgart. Das sind gravierende Vorschläge, die wir jetzt machen“, brachte es Oberbürgermeister Fritz Kuhn auf den Punkt: Die Rathausspitze und die Geschäftsführer des Klinikums Stuttgart werden dem Gemeinderat empfehlen, das Katharinenhospital am jetzigen Standort komplett neu zu bauen. Entgegen bisheriger Plänen sollen auch die Häuser A und B, der Querriegel aus den 1950er Jahren, durch einen Neubau ersetzt werden. Zudem ist anstelle des Katharinenhofs (Haus E) ein Gebäude mit mehr Nutzflächen geplant.

Bis zur Fertigstellung im Jahr 2028, dann würde das Krankenhaus sein 200-jähriges Bestehen feiern, müssen nach derzeitiger Prognose rund 750 Millionen Euro investiert werden. Bisher waren für die Modernisierung des Katharinenhospitals laut Kuhn 430 Millionen Euro bewilligt worden. Die geänderten Pläne werden in den nächsten Wochen in Ausschüssen beraten und sollen in der Sitzung des Gemeinderats am 22. März beschlossen werden. Der Lenkungskreis für den Klinikbau, in dem auch die Ratsfraktionen vertreten sind, habe bereits „wohlwollende Zustimmung“ signalisiert, sagte Michael Föll, der fürs Klinikum zuständige Finanzbürgermeister.

Die neue Planung würde die Gesamtkosten der Neuordnung des städtischen Klinikums laut Stadtverwaltung auf 1,35 Milliarden Euro erhöhen. Zu dem Projekt gehört der Verzicht auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet und die Konzentration auf Bad Cannstatt und das Gelände des Katharinenhospitals. Dort sind das neue Kinderkrankenhaus Olgahospital und die Frauenklinik schon seit 2014 in Betrieb.

Mit der Investition möchte die Stadt das größte Krankenhaus Baden-Württembergs (Kuhn) fit für die nächsten 30 bis 50 Jahre machen. „Wer nicht investiert in die Zukunft, der verliert die Zukunft.“ Der Neubau müsse auf den medizinischen Fortschritt der nächsten Jahrzehnte vorbereitet sein, forderte Föll. Das Klinikum müsse der führende Maximalversorger für die Menschen der Region Stuttgart bleiben. „Eine erstklassige Klinik ist beruhigend für die Bürger“, sagte der Bürgermeister. Föll betonte auch die wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens. Er sprach von einem Jobmotor und meinte: „Das Katharinenhospital soll das Flaggschiff der Gesundheitswirtschaft in Stuttgart sein und bleiben.“

Um „zukunftsfähige Strukturen“ zu schaffen, wurde das Bauprogramm auf das Projekt „Neubau Katharinenhospital“ ausgerichtet, sagte der Kaufmännische Klinik-Geschäftsführer, Alexander Hewer. Derzeit wird das Haus F mit einem Schwerpunkt für die Innere Medizin und intensivmedizinische Einrichtungen gebaut. Richtfest soll am 4. Juni sein. Der Neubau könnte 2020 in Betrieb gehen. Demnächst soll weiter westlich an der Kriegsbergstraße die Grube für Haus G ausgehoben worden. Hier werden die Nuklearmedizin und die Strahlentherapie untergebracht. Die Fertigstellung ist für 2021 vorgesehen. Für beide Häuser zeichnen sich Kostensteigerungen von zusammen rund 30 Millionen Euro ab.

Den größten Teil der Zusatzkosten verschlingen aber die Neubauten von Haus A und der gemeinsame Ersatzbau für den Katharinenhof und Haus B. „Der Riegel soll weg.“ Er sei nicht funktional und soll durch einen Neubau ersetzt werden, erklärte der geschäftsführende ärztliche Direktor, Jan Steffen Jürgensen. Bei der Sanierung der Altbauten hätte das Klinikum nach Darstellung der beiden Geschäftsführer viel Geld in den Brandschutz und in die Erdbebensicherheit stecken müssen, weil inzwischen schärfere Vorschriften gelten. Der Klinik wären aber beim medizinischen Ablauf die Nachteile eines Altbaus erhalten geblieben.

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06.03.2018, 06:00 Uhr

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