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Alles auf London ausgerichtet

Radsport: Steffen Warias fährt bei den Paralympics um eine Medaille

Endlich geht es los: Radfahrer Steffen Warias (27) vom RV Pfeil Tübingen fährt erstmals bei den Paralympics mit. Am Sonntag fliegt er nach London – am Donnerstag fährt er das erste Mal auf der Bahn des Olympic Velodrom. Chancen auf eine Medaille sieht er allerdings eher auf der Straße.

24.08.2012
  • Vincent Meissner

Tübingen. Die Spannung ist groß bei Steffen Warias, schließlich ist es seine Premiere für Deutschland bei den Paralympics: „Es sind meine ersten Spiele, und ich freue mich sehr, dabei zu sein – und bin natürlich hochmotiviert.“

Zwei Jahre hartes Training mit unzähligen Stunden im Sattel und viele Wettkämpfe liegen hinter dem gebürtigen Tübinger, der hier aufgewachsen und mittlerweile beruflich nach Basel gezogen ist. Zwei Jahre lang sammelte er Qualifikationspunkte für London. Es hat sich gelohnt: „Ich konnte meinen Beitrag für die deutschen Mannschaft leisten“, sagt Warias. Ende Juli nominierte ihn der Verband für die Paralympics.

Zurecht: Schließlich führt Warias, der von Geburt an Klumpfüße hat, momentan die Weltrangliste auf der Straße an und gewann dieses Jahr bereits zwei Europacup- und ein Weltcup-Rennen. In den vergangenen Wochen intensivierte er das Training nochmals. Mit der Nationalmannschaft war er bei zwei Lehrgängen: Auf der Straße in Freiburg und auf der Bahn in Büttgen (Nordrhein-Westfalen). Denn Warias fährt in London sowohl auf der Straße als auch auf der Bahn.

Im Fokus bei den Lehrgängen standen intensive Einheiten mit dem Zeitfahr- und dem Bahnrad. Recht erfolgreich, wie Warias berichtet: „Ich konnte meine persönliche Bestleistung in der Bahnverfolgung um einiges verbessern.“ Bei den Deutschen Bahnmeisterschaften vor gut zwei Wochen fuhr Warias im Teamsprint auf Platz zwei.

Sein Fokus liegt jedoch eher auf dem Straßenrennen. Vor zwei Jahren feierte er bei der Weltmeisterschaft in Baie-Comeau (Kanada) seinen bislang größten Erfolg, als er Weltmeister wurde. Allzu großen Druck will er sich vor den Spielen allerdings nicht machen: „Ich würde mich auf jeden Fall über eine Medaille freuen“, sagt Warias. „Aber wenn 50 Fahrer im Rennen sind, kann immer viel passieren.“

Der hügelige Rundkurs über acht mal acht Kilometer kommt ihm als starkem Bergfahrer jedenfalls entgegen: Die Wettbewerbe auf der Straße werden im und um den Motorsportkurs Brands Hatch außerhalb von London ausgetragen. Im Juni war Warias schon mal dort und hat sich den Kurs angesehen. „Er ist sehr anspruchsvoll“, sagt er.

Für sein Ziel hat der 27-Jährige diese Saison so viel trainiert wie nie zuvor in seiner Karriere: „Seit Mai war ich fast jedes Wochenende unterwegs. Sei es bei Wettkämpfen oder speziellen Zeitfahrtrainings.“ Alles hat Warias auf die Spiele in London ausgerichtet. „Ich werde dort topfit an den Start gehen.“

Warias fährt bei den Paralympics in London in fünf Disziplinen – auf der Bahn im Olympischen Velodrom und auf der Straße (Zeitplan siehe „Warias auf Bahn und Straße…“). Er freue sich auf die Stimmung im ausverkauften Velodrom: „Die Atmosphäre wird dort sicher gigantisch sein“, sagt Warias. „Ich freue mich über jeden Unterstützer in London – und auch daheim vor dem Fernseher.“

Radsport: Steffen Warias fährt bei den Paralympics um eine Medaille
Auch auf der Bahn wird Steffen Warias vom RV Pfeil Tübingen bei den Paralympics in die Pedale treten (wie hier bei den Weltmeisterschaften 2011 in Montichiari, Italien). Hoffnungen auf eine Medaille macht er sich jedoch vor allem im Straßenrennen am Rande Londons.Archivbild

Radsport: Steffen Warias fährt bei den Paralympics um eine Medaille
Steffen Warias

Radfahrer Steffen Warias vom RV Pfeil Tübingen startet bei den Paralympics in London (29. August bis 9. September) in fünf Wettbewerben auf der Bahn und auf der Straße. Bahnwettbewerbe: Donnerstag, 30. August, 14 Uhr: Zeitfahren über einen Kilometer; Freitag, 31. August, 12 Uhr: Verfolgung über drei Kilometer; Sonntag, 2. September, 11 Uhr: Teamspint.
Straßenwettbewerbe:
Mittwoch, 5. September, 10.30 Uhr, Zeitfahren, Donnerstag, 6. September, 14.30 Uhr, Straßenrennen.

Die Berichterstattung in den internationalen Medien von den Paralympics in London ist so umfangreich wie noch nie: Auch ARD und ZDF sind mit etwa 200 Mitarbeitern vor Ort und senden mehr als 65 Stunden von den Spielen. Vor zwölf Jahren in Sydney waren es noch gerade mal knapp 16 Stunden, die in den Hauptprogrammen der beiden öffentlich-rechtlichen Sender liefen.

Einen Livestream von den Paralympics gibt es auf paralympics.channel4.com im Internet. Auf dem Online-Videoportal Youtube haben die Veranstalter einen eigenen Kanal: www.youtube.com/ paralympicsporttv.

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24.08.2012, 12:00 Uhr

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