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Borussia Dortmund

Rätsel um „Auba“-Suspendierung gelöst

Stürmerstar verlängert Mailand-Kurztrip und verärgert Coach Tuchel.

04.11.2016
  • SID

Dortmund. Pierre-Emerick Aubameyang zog seinen Humphrey-Bogart-Hut noch tiefer ins Gesicht, klappte den Mantelkragen hoch und stahl sich vor dem Abpfiff aus dem Stadion. Im roten Ferrari düste er kurz nach 23 Uhr mit seinem Bruder Willy davon. Als er dann am Morgen mit einem goldlackierten Audi-Geschoss zum Training von Borussia Dortmund vorfuhr, pünktlich um 9.50 Uhr, war auch das Rätsel um seine Suspendierung gelöst.

Ein verlängerter Kurztrip mit der Familie ins Mailänder Nobelhotel Villa Borghi hat BVB-Trainer Thomas Tuchel anscheinend dermaßen verärgert, dass der seinen Topstürmer aus dem Kader für das wichtige Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon (1:0) warf. In Italien für Instagram-Fotos zu posieren, war keine von Aubameyangs klügeren Taten.

Der BVB bestätigte den Vorfall nicht, die Schweigemauer stand auch am Tag danach. „Interne Gründe“, so blieb die schon am Mittwoch ausgegebene Sprachregelung, an die sich Spieler und Offizielle treuherzig hielten. Raum für Spekulationen aller Art war also reichlich vorhanden, verwunderlich, dass der Verein dies zuließ. „Das war eine Maßnahme, die notwendig war und mit diesem Spiel beendet ist“, sagte Tuchel kryptisch: „Manche Dinge müssen eben losgelöst von ihrem Zeitpunkt betrachtet werden.“

Entweder gebe es eine Konsequenz oder eben nicht, erklärte Tuchel, auf die Bedeutung des Spiels werde also keine Rücksicht genommen. Und, es klang wie ein Erziehungstipp aus dem Elternratgeber: „Wenn schon konsequent, dann auch konsequent konsequent.“ Für das Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Hamburger SV, bei dem sich die Borussia traditionell sehr schwer tut, wird Aubameyang in Gnaden aufgenommen.

Ersatzstürmer Ramos trifft

Der Trainer war wohl am meisten erleichtert, dass seine Mannschaft auch ohne Aubameyang vorzeitig das Achtelfinal-Ticket löste – obendrein durch ein Tor von dessen Vertreter Adrian Ramos (12.). Denn es rechtfertigte das Zeichen, das Thomas Tuchel mit der Suspendierung auch an die jungen Spieler im Kader gesetzt hatte: Disziplinlosigkeiten werden, zumal in dieser schwierigen Phase, nicht geduldet.

„Es ist uns sehr, sehr schwer gefallen, auf ihn zu verzichten“, sagte Tuchel während der Pressekonferenz nachdenklich. „Er ist ganz klar unser Stürmer Nummer eins, er hätte gespielt. Es fällt sehr schwer, auf seine Qualität zu verzichten.“

Dass der Titelverteidiger Real Madrid bei Legia Warschau (3:3) patzte und der BVB in der Gruppe F Spitzenreiter ist, soll die Mannschaft auch in der Bundesliga nun beflügeln. „Was hilft, ist die Tabelle, das Erfolgserlebnis schwarz auf weiß. Das hilft wie nichts anderes“, sagte der Dortmunder Kommandogeber: „Aber wir haben ganz sicher kein Konzentrations- oder Prioritätenproblem.“ sid

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04.11.2016, 06:00 Uhr

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