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Der Terrorpate aus Molenbeek

Rätselraten um Dschihadisten Abdelhamid Abaaoud - Belgier soll Attentate geplant haben

Er stammt aus Belgien, wurde in Syrien als grausamer IS-Kämpfer bekannt und soll hinter Terrorplänen in Europa stehen - auch hinter den Anschlägen von Paris. Wer ist dieser Abdelhamid Abaaoud?

19.11.2015
  • DPA/AFP

Berüchtigt ist Abdelhamid Abaaoud spätestens seit einem Video, in dem er über die "Ungläubigen" spottet, während er hinter seinem Wagen die Leichen mehrerer Opfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) herschleift. Das Video wurde offenbar in Syrien gedreht, doch auch in Europa soll er schon zugeschlagen haben.

Rätselraten um Dschihadisten Abdelhamid Abaaoud - Belgier soll Attentate geplant haben
"Er war ein kleiner Idiot", sagt ein Schulkamerad über Abdelhamid Abaaoud. Foto: afp

Spätestens seit vergangenem Januar steht der 1987 geborene Belgier auf jeder Fahndungsliste. Inzwischen ist der Aufwand gigantisch. Die Hoffnung, ihn zu finden, löste nach Angaben von Staatsanwalt François Molins gestern auch die große Polizeiaktion in Saint-Denis nördlich von Paris aus. Die Ermittler hatten demnach Hinweise, dass sich Abaaoud dort in einer konspirativen Wohnung aufhalten könnte.

Abaaoud ist in Molenbeek aufgewachsen - jenem Brüsseler Viertel, das als Hochburg gewaltbereiter Islamisten gilt und in dem am Montag ein Polizei-Einsatz zur Ergreifung von Salah Abdeslam fehlschlug, einem der Hauptverdächtigen der Pariser Anschläge. Abaaoud "war ein kleiner Idiot", der seinen Klassenkameraden und Lehrern lästig war oder sich beim Stehlen von Brieftaschen erwischen ließ - so beschrieb ihn ein Schulkamerad im belgischen Boulevardblatt "La Dernière Heure". Inzwischen wird der "kleine Idiot", der sich laut belgischen Medien Abu Omar Soussi nennen lässt - nach der Region in Marokko, aus der seine Familie stammt, oder Abu Omar al-Baljiki, was "Abu Omar der Belgier" bedeutet, weltweit gesucht.

Er soll an der Planung der Attentate von Paris beteiligt gewesen sein. Sowohl der gesuchte Salah Abdeslam als auch dessen Bruder Brahim, der sich am Freitag in Paris in die Luft gesprengt und dabei einen Menschen schwer verletzt hatte, kannten Abaaoud.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Abaaoud in den Nachrichten auftaucht. Anfang 2014 machte er Schlagzeilen, weil er seinen erst 13 Jahre alten Bruder Younes mit nach Syrien genommen hatte. Diesen nannten Medien danach "jüngsten Dschihadisten der Welt".

Außerdem wird Abaaoud mit der Gruppe von Verviers in Verbindung gebracht. Am 15. Januar, Tage nach den Attentaten auf "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris, hatte die Polizei in dem ostbelgischen Dorf ein Haus gestürmt. Zwei Verdächtige, die Anschläge gegen die Polizei geplant haben sollen, kamen dabei ums Leben.

Abaaoud war nicht dabei. Wenig später gab er aber in einem Magazin des IS an, die vereitelten Attentate geplant zu haben. "Wir haben es endlich geschafft, nach Belgien zu kommen. Wir haben es geschafft, Waffen zu besorgen und ein Versteck aufzubauen mit dem Plan, Operationen gegen die ,Kreuzritter' zu führen." Eine Razzia in Athen, von wo aus er mit den in Verviers Getöteten kommuniziert haben soll, schlug fehl. Er habe nach Syrien entkommen können, rühmte er sich. "Trotz der von so vielen Geheimdiensten betriebenen Jagd."

Die Justiz hat bereits einen Teil ihrer Arbeit erledigt. Im Juli verurteilte ein Brüsseler Gericht ihn wegen seiner Rolle bei der Rekrutierung von Syrien-Kämpfern zu 20 Jahren Haft - in Abwesenheit.

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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