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Stuttgart

Räumungsverkauf in Erstaufnahmestelle

In der Region stehen Unterkünfte wegen gesunkener Zugangszahlen leer. Jetzt wird das Inventar veräußert.

19.10.2016

Von Barbara Wollny

In der Hochzeiten der Flüchtlingskrise musste das Land Zugereiste auch in der Schleyerhalle unterbringen. Foto: dpa

Stuttgart. Als die Flüchtlingskrise im Herbst 2015 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, mietete und kaufte das Land Unterkünfte an, wo es nur ging. Dann wurde die Balkan-Route geschlossen, mit der Folge, dass die Flüchtlingszahlen rapide abnahmen. Das spürt man auch in der Region Stuttgart, wo Unterkünfte, die einst eilig ausgestattet wurden, nun seit Monaten leer stehen.

Darunter das ehemalige Postgebäude in der Stuttgarter Ehmannstraße. Dort war Anfang des Jahres alles vorbereitet worden, um mindestens 500 Flüchtlinge aufzunehmen. Die große Halle hatte man mit Betten ausgestattet und allerhand Verpflegung gehortet. Eingezogen ist dann aber kein einziger Flüchtling. Aktuell wird der Komplex als Lagerhalle genutzt. Überflüssige Einrichtungsgegenstände wie Feld- und Stockbetten werden anderen Städten und Gemeinden oder Wohlfahrtseinrichtungen zum Kauf angeboten. Das Gebäude aber soll gehalten werden. „Wir zahlen die übliche Miete für eine solche Liegenschaft und lassen das Gebäude weiterhin bewachen“, erklärt Thomas Deines, beim Regierungspräsidium Stuttgart für die Flüchtlingsunterbringung zuständig. Der Mietvertrag werde auch erst mal nicht gekündigt.

Auch das ehemalige IBM-Schulungszentrum an der A 81 kurz vor Herrenberg liegt derzeit brach. Das Land hatte den Gebäudekomplex, der zur Erstaufnahmestelle ausgebaut werden sollte, erst Ende Februar gekauft. Nun liegen die Umbaupläne auf Eis, eine alternative Verwendung für das Gebäude gibt es bislang noch nicht. Eine Entwicklung, die Liegenschaften im ganzen Land betrifft. Eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet, die bis Ende des Jahres klären soll, wie hoch der Bedarf in Sachen Flüchtlingsunterbringung künftig sein wird. Stehen die Ergebnisse fest, soll geklärt werden, was mit den freistehenden Gebäuden passieren soll.

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Erstellt:
19. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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