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Missionarin auf Zeit

Ramona Saile lebte und arbeitete ein Jahr in Tansania

Ramona Saile hat ein Jahr als „Missionarin auf Zeit“ in Tansania verbracht. Die Krankenschwester aus Starzach hat Afrika weit entfernt vom Tourismus kennen- und lieben gelernt.

11.09.2012
  • Kristina Weimer

Sulzau. „Mitleben in Afrika“ habe sie gewollt, erklärt Ramona Saile, 23 Jahre alt. Nicht von außen auf das Leben der Menschen blicken, sondern daran teilzuhaben, sei ihr wichtig gewesen. Ein Jahr lang, vom August 2011 bis August 2012, tat sie das.

Zu Anfang sei es nicht so einfach gewesen, erzählt sie. Englisch spreche kaum jemand in Ostafrika. Also musste Saile Swahili lernen. „Learning by doing war das“, erklärt sie. Ramona Saile hat es gern gelernt, sang in Kingonsera, wo sie die letzten vier Monate verbracht hat, sogar im Kirchenchor mit. Die Proben waren täglich um 17 Uhr. Gut neun Stunden hatte sie da bereits im Health Center gearbeitet. „Hauptsächlich im Kreißsaal und im Operationssaal, aber eigentlich überall.“

Seit sie zwölf Jahre alt war, wollte Ramona Saile Krankenschwester werden. Nach der Mittleren Reife auf der Sankt-Klara-Mädchenrealschule in Rottenburg begann sie mit 16 Jahren ihre Ausbildung im Klinikum Sindelfingen und arbeitete danach knapp drei Jahre im Katharinenhospital in Stuttgart.

Bei einem Besuch des Klosters Untermarchtal wurde die Idee, sich als „Missionarin auf Zeit“ zu bewerben, konkret. Auf alle Fälle nach Afrika habe sie gewollt, um dort in ihrem Beruf als Krankenschwester zu arbeiten. Die Initiative vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend, der Diözese Rottenburg-Stuttgart und des Klosters Untermarchtal habe sich nach dem Richtigen für sie angehört.

Erste Station in Tansania war Mbinga. In der Hauptstadt der gleichnamigen Region arbeitete Saile neun Monate in einem Internat für Körperbehinderte und Waisen. Sie kümmerte sich nicht nur um deren medizinische Versorgung, sondern auch um die Freizeitgestaltung.

Im Mai wechselte sie ins 40 Kilometer entfernten Kigonsera. Dort befindet sich eine medizinische Außenstelle des Krankenhauses von Mbinga. Als private Einrichtung der dortigen Diözese finanziert sich das Hospital ausschließlich von Spendengeldern. Für die Ärztezuteilung sei eigentlich der Staat zuständig, erklärt Saile, doch „die kirchlichen müssen sehen, wo sie bleiben“. In Kigonsera gab es nur einen Arzt, der für die rund 100 Betten umfassende Klinik zuständig war.

Das Leben dort sei eine andere Welt, sagt Saile. Sie könne kaum einen Vergleich zur medizinischen Lage in Deutschland ziehen. Es habe kein fließend Wasser und keinen Strom gegeben und auch die Hygienebedingungen seien enorm schlecht.

„Das Land ist sehr arm, die Gegend sehr einfach“, sagt sie. Gerade deshalb hat Saile die Gastfreundschaft der Menschen dort beeindruckt. Sie sei am Wochenende von Kolleginnen aus dem Krankenhaus eingeladen worden oder habe Mitsängerinnen aus dem Kirchenchor besucht. „Ich war immer irgendwo“, erzählt sie. Auch mit den Schwestern in dem Kloster, in dem sie lebte, hätten sich Freundschaften entwickelt.

Besonders von der bergigen Landschaft schwärmt die 23-Jährige. „Unheimlich schön“ sei Tansania, vor allem wenn in der Regenzeit die Natur aufblühe. „Man kann dem Mais beim Wachsen praktisch zusehen.“

Der Kontakt mit ihrer Familie in Sulzau beschränkte sich auf Telefonanrufe oder Gespräche via Skype. Immer vorausgesetzt, dass der Strom für den Computer und das Handynetz zwecks Internetempfang gleichzeitig funktionierten. Doch „man gewöhnt sich an alles“, meint Saile.

Sie will auf alle Fälle zurückkommen. „Ein bisschen Herz ist in Tansania geblieben“, sagt sie. Auch wenn sie ab Oktober im Tübinger Universitätsklinikum arbeiten wird, wolle sie trotzdem versuchen von hier aus das Krankenhaus in Kigonsera zu unterstützen.

Vor einigen Wochen waren Mitarbeiter der Regierung zu einer Visite gekommen und hatten eine lange Liste von Mängeln angefertigt. Diese zu beseitigen sei für die Einrichtung schwierig. Deshalb hofft sie auf Unterstützung aus Deutschland. Spenden werden von der Barmherzigen Schwestern Untermarchtal nach Kigonsera weitergeleitet.

Info: Ein Spendenkonto der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern Mission gibt es bei der Sparkasse Ulm. Konto: 9326905, Bankleitzahl: 63050000, Verwendungszweck: Kigonsera Hospital.

Ramona Saile lebte und arbeitete ein Jahr in Tansania
Ramona Saile lebte und arbeitete ein Jahr lang in Tansania.Bild: Fleischer

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11.09.2012, 12:00 Uhr

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