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Clubsterben

Rasenmäher

Wieviel Ausgeh-Beschallung soll der Tübinger Bürger aushalten? Replik von Holger Kesten auf die Kritik an seiner Position zum Clubsterben (30. August) von Julian Jochen und Christoph Hoelscher (1. September).

03.09.2012

Herr Jochen, witziger Vorschlag! Ich weiß genau wovon Sie reden, ich habe während der Bauphase und der ersten turbulenten Monate gegenüber des Top10 gewohnt. Nachempfinden kann ich die Probleme von Menschen, die von 23 bis 6 Uhr schlafen, erst, seit ich im stillen Mössingen wohne.

Was für die einen grölende Jugendliche um 4 Uhr sind, sind für mich spielende und schreiende Kinder um 7.30 Uhr – in höherer und unangenehmerer Frequenz. Was für die einen wummernde Bässe aus der Disko um 5 Uhr sind, sind für mich Baumaschinen, Rasenmäher, Kreissägen und Heckenscheren von 8 bis 12 Uhr.

Eine Großraumdisko, die uns beide morgens um fünf, wenn ich nach Hause komme, auf ein Feierabendbier einlädt, dann aber bis zum nächsten Abend geschlossen ist, wäre mir sehr willkommen. Indes wusste ich von Anfang an, wo rauf ich mich einließ. Deshalb gibt es von mir keinerlei Beschwerden.

Ärgerlicher sind da schon Pferdescheiße vor der Einfahrt, tote Mäuse vor der Tür und Katzenpisse im Strandkorb – äquivalent zum menschlichen Müll, der neben Diskos beklagt wird. Und auch hier gilt: Landleben war zuerst hier. Gleiches für die Stadt zu fordern, ist nicht überheblich, sondern konsequent.

Ärgerlicher stimmt mich hier schon Hochkultur-Aktivist Hölscher mit seinen Scheuklappen. Sieht man ihn sonst auf jeder Barrikade, wenns um Raummangel oder fehlende Förderung für Literatur, bildende Kunst oder andere «hohe Kultur« geht; hechelt er sonst jedem Kulturschaffenden hinterher und trägt seinen politischen Aktivismus hausieren, will er nun also uns seinen engen Kulturbegriff aufdrängen und spricht uns gleich die Existenz eines Problems ab. Ein trauriges Bild (. . .)!

Holger Kesten, Mössingen

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03.09.2012, 12:00 Uhr

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