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Drei Tage sind die Regel

Rat befasste sich mit verschiedenen Aspekten der Schulkindbetreuung

Eltern wünschen sich bei der Betreuung von Schulkindern Flexibilität, die Stadt strebt Verlässlichkeit an. Über dieses Thema wird nicht nur an Elternabenden heiß diskutiert. Es bewegte am Montag auch den Gemeinderat. Das Ergebnis: Drei Tage sind die Regel.

24.07.2014
  • Ute Kaiser

Tübingen. Der Gemeinderat hat im Februar beschlossen, dass die Betreuung der Schüler/innen an zwölf der 15 städtischen Grund- und Förderschulen in der Kernzeit kostenlos ist (wir berichteten). Das führte zu mehr Andrang: 73 Prozent der Kinder nehmen mindestens einen Betreuungsbaustein wahr. Ein „regelmäßiger Besuch“ an drei Tagen soll angestrebt werden, „notfalls sind auch zwei Tage denkbar“, sagte die zuständige Fachbereichsleiterin Uta Schwarz-Österreicher.

Das war Anne Kreim (FDP) ein deutlich „zu enges Korsett“. Sie plädierte dafür, im Sinn der Eltern explizit auch nur einen Betreuungstag oder zwei Tage aufzunehmen. Die Richtlinie sei das Ergebnis „einer intensiven Diskussion“ (Schwarz-Österreicher) mit den Fachkräften. Aber auch Elternbeiräte an elf von zwölf Schulen waren einverstanden. Bei fünf Enthaltungen von der FDP, Ilona Raiser (Piraten) und dem fraktionslosen Jürgen Steinhilber ging die Satzung unverändert durch.

Auf einen Antrag der AL/Grüne-Fraktion geht eine Änderung in der Satzung über die Erhebung von Gebühren für die städtische Schulkindbetreuung zurück. Bei drei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat dafür, dass alle Kinder, für die Kindergeld gewährt wird, für die Ermäßigung der Gebühren berücksichtigt werden – unabhängig davon, ob sie bei ihren Eltern wohnen oder an anderen Orten studieren oder eine Ausbildung machen. Die Verwaltung rechnet nicht mit nennenswerten finanziellen Auswirkungen, da es nur wenige Familien gebe, die sowohl Kinder im Grundschulalter als auch ältere Geschwisterkinder haben.

Wenn mehr Kinder an der Grundschule betreut werden, braucht die Stadt mehr pädagogisches Personal. So weit war der Gemeinderat mit der Verwaltung einig. Sie schlug 8,87 neue Arbeitskräfte (AK) vor, was allein von September bis Ende dieses Jahres gut 127 000 Euro kosten wird. Die schräge Größe von 8,87 errechnete die Verwaltung aus dem realen Bedarf (12,07 AK) minus den zentralen Springkräften (3,2 AK). Damit war Gerlinde Strasdeit (Linke) überhaupt nicht einverstanden. Sie beantragte wegen der hohen Belastung des Personal zu den 12,07 noch 1,4 Stellen zu schaffen, die 2009 wegen des städtischen Sparprogramms gestrichen worden waren.

OB Boris Palmer widersprach angesichts der hohen Mehrkosten vehement. Für den Antrag stimmte nur die Linke. Auch ein weiterer Antrag Strasdeits fand keine Mehrheit. Der Stichtag 15. Oktober für die Prüfung der Anmeldezahlen wird nicht verschoben. Das hängt mit den Zuschussanträgen zusammen, die die Stadt zu dieser Zeit ans Land stellen muss, sagte Schwarz-Österreicher. Im Herbst will sie nochmal detailliert über die Betreuung berichten.

Die an den Gemeinschaftsschulen für die fünften Klassen vorgesehenen städtischen Sozialpädagogen können teilweise auch in der Klassenstufe 6 eingesetzt werden. Das beschloss der Gemeinderat am Montag. Die SPD-Fraktion hatte sich für mehr Flexibilität stark gemacht. Längere Diskussionen gab es darum, was mit einer halben Stelle an der Gemeinschaftsschule West geschehen soll. Sie stand zur Disposition, weil es dort nur drei statt vier Eingangsklassen gibt. Evelyn Ellwart (AL/Grüne) plädierte dafür, die Gruppenpädagogin an der Schule zu lassen. Anne Kreim (FDP) wollte die Stelle an die Walter-Erbe-Realschule verlagert sehen, um gute Chancen für alle Kinder bieten zu können. Doch ihr Anliegen fand keine Mehrheit. Die Stelleninhaberin soll von der Stadt ein anderes Angebot bekommen, hieß es am Montag vage.

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24.07.2014, 12:00 Uhr

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