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Ohne List und Schmuck

Rat beschließt den Namen „Stadthalle Reutlingen“ und Aufstockung auf 1800 Plätze

Noch gut ein Jahr, dann wird die Stadthalle Reutlingen, die nun auch so heißt, öffnen. Platz soll der große Saal nun auch für 1800 Besucher/innen bieten. Dafür rückte der Gemeinderat gestern Abend zusammen und beschloss Ausgaben in Höhe von knapp einer Million Euro. Geld, das aus der Risikorücklage der Halle entnommen wird.

23.11.2011

Von Matthias Stelzer

Reutlingen. 80 Prozent der Aufträge sind vergeben, Kosten- und Zeitplan passen noch. Der Bau der Reutlinger Halle läuft nach Plan und weil viele Gewerke günstig vergeben werden konnten, wurde die bauliche Qualität der Halle am ein oder anderen Punkt (zum Beispiel der Dreifachverglasung der Fenster) schon aufgebessert.

Und gestern Abend nun gab der Reutlinger Gemeinderat erstmals seinen Segen für zusätzliche Wünsche des Geschäftsführers der Stadthallen Betrieb-GmbH. Volker Schmidtke beantragte, wie er tags zuvor schon in einer Pressekonferenz mit Baubürgermeisterin Ulrike Hotz und Projektgruppen-Leiter Klaus Kessler angekündigt hatte, eine Ausweitung der Sitzplatz-Kapazität auf 1800 Plätze (bei einem Sitzabstand von dann noch 40 Zentimetern), zusätzliches Bühnen-Equipment und mehr Raum für die Konferenznutzung der Halle.

Weniger Puffer für Unvorhergesehenes

947 000 Euro machte der Rat dafür letztlich und mit großer Mehrheit locker. Finanziert wird dieser Aufschlag nicht aus dem aktuellen Haushalt, sondern mit Geld, das ohnehin schon für den Stadthallenbau zur Verfügung gestanden haben soll – dem Stock für „Unvorhergesehenes“. 2,6 Millionen Euro waren mit dem Baubeschluss im April 2009 dafür eingeplant worden, erläuterte Ulrike Hotz beim Pressetermin. Doch nun sei für die Projektgruppe absehbar, dass dieser Puffer in der Gesamtkostenrechnung von 46,3 Millionen Euro nicht mehr gebraucht werde. Hotz sagte: „Klar, da liegt schon noch ein Restrisiko drin, aber wir meinen, das verantworten zu können.“

Zumal sich der Stadthallen-Geschäftsführer einiges von der gesteigerten Hallen-Kapazität verspricht. Die bisherigen Gastspiel-Anfragen zeigten, dass die Größe von 1800 Plätzen sehr gefragt sei, weil die großen Veranstalter mit mehr Plätzen auch mehr verdienen könnten „Und die wollen einfach nur Geld verdienen“, sagte Schmidtke – und mit Blick auf die Region südlich von Stuttgart: „Außerdem ist das ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.“ Allerdings versicherte der Hallen-Chef auch, dass die enge Bestuhlung nicht die Regel sei, sondern Ausnahme bleiben soll. Für die Konzerte der Württembergischen Philharmonie bleibe es beispielsweise bei der bisher veranschlagten Platzzahl im „ansteigenden Gestühl“.

Außer den vier Grünen im Rat, die die Meinung vertraten, dass man das Budget für „Unvorhergesehenes“ nicht zwingend hätte ausgeben müssen, stimmten alle Stadträte für den Verwaltungsvorschlag. Ulrich Lukaszewitz (SPD) nannte die Stadthalle eine „Erfolgsnummer“ und lobte den „beachtlichen Zuwachs an Qualität“, der die Folgekosten drücke. Rainer Löffler (CDU) freute sich vor allem über elf zusätzliche Konferenzräume für den „wichtigen Tagbetrieb“, kritisierte aber einen Parkplatzmangel um die Halle: „Wir müssen jetzt sehen, dass das neue Parkhaus in der Tübinger Vorstadt zeitnah realisiert wird.

„Insgesamt eine wesentliche Verbesserung“, wollte auch Jürgen Fuchs ( FWV) im Optimierungspaket sehen. Eine Auffassungen, die sowohl Hans Wucherer (Wir) als auch Julius Vohrer und Peter Hörz von der neuen Ratsfraktion Fraktion teilten. Letztere gab sich inzwischen den Namen „Reutlingen – sozial & ökologisch“ (RSÖ).

Etwas weniger sperrig aber nach dem gleichen geografischen Ort wird sich künftig auch die neue Halle nennen. „Stadthalle Reutlingen“ – dieser Name, gab Oberbürgermeisterin Barbara Bosch zu, sei „nicht aus Begeisterung, sondern aus Mangel an Alternativen“ entstanden. Mit Verweis auf den Schwäbisch Gmünder Tunnel, der fast den Namen von Bud Spencer erhalten hätte, sprach sie sich gegen einen Namenswettbewerb aus.

Zwei Namensvorschläge aus dem Gremium, „Neue List-Halle“ (von Thomas Ziegler, RSÖ) und „Friedrich-List-Halle“ (von Ernst-Ullrich Schmidt, CDU), wurden jeweils mit großer Mehrheit abgelehnt.

Ein computeranimierter Blick in die neue "Stadthalle Reutlingen".
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Der kleine Saal der "Stadthalle Reutlingen" mit Festmöblierung.

Der große Saal der Stadthalle mit der engen Bestuhlung auf 1800 Sitzplätze.

Einer der Konferenzräume in der neuen Stadthalle. Vier von ihnen waren ursprünglich geplant, doch jetzt wird es insgesamt 15 solcher Räume geben.

Der große Saal ist für einen Ball vorbereitet ...

... und schon füllt sich - dank einer Computermontage - die Tanzfläche.

Noch ein Jahr, dann wird die Stadthalle unter ihrem schlichten Namen eröffnen. Der tempelartige Bau des Schweizer Architekten Max Dudler hat inzwischen seine endgültige Form angenommen – Technikstockwerk auf dem Dach inklusive. Bild: Haas

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Erstellt:
23. November 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. November 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. November 2011, 12:00 Uhr

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