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Mehr Verbindung nach außen

Rat für neue Buslinien und Anschluss an den Stuttgarter Verbund

Mehr Züge zwischen Tübingen und Horb? Eine Direkt-Busverbindung von Bieringen nach Bondorf? Mit 32 Vorschlägen zur Verbesserung des Nahverkehrs musste sich der Rottenburger Gemeinderat am Dienstag auseinandersetzen – und kassierte die Hälfte davon auf Veranlassung der Verwaltung gleich ein.

19.07.2012
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. 32 Verbesserungsvorschläge für den Rottenburger Nahverkehr hatten zwölf der 17 Rottenburger Ortschaften zur Weitergabe an den Kreis eingereicht. Doch nur zwölf davon werden dem Kreistag auch wirklich zur Entscheidung vorgelegt. Vier weitere sollen noch einmal ausführlich geprüft und mit dem Verkehrsplaner des Kreises, Peter Wagner, besprochen werden.

Ein dichterer Takt und eine direktere Anbindung sind die Hauptwünsche der Ortschaften bezogen auf den Regionalverkehr. Die spezielle Ausprägung dieser Wünsche leitet sich aus der unterschiedlichen geografischen Lage der Orte her. So will man beispielsweise in Bad Niedernau einen Halbstundentakt für den Zug von 5 bis 23 Uhr (wurde verworfen), während sich Baisingen vor allem eine Anbindung an den Bahnhof Bondorf wünscht. Auch dieser Vorstoß wurde von einer knappen Mehrheit des Gemeinderats auf Anraten der Verwaltung abgelehnt.

Die Argumentationslinie der Verwaltungsspitze lautete in den meisten Fällen: Wir wollen dem Kreistag keinen bunten Strauß von Vorschlägen überreichen, aus dem er sich das Passende aussuchen kann; sondern selbst das auswählen, was sich auch voraussichtlich realisieren lässt. Bei vielen (ablehnenden) Beschlussvorschlägen lautete die Begründung der Verwaltung denn sinngemäß: Die Realisierung käme den Kreis zu teuer, und an den Kosten wäre die Stadt Rottenburg über die Kreisumlage beteiligt. Als „Prinzip des vorauseilenden Verzichts“ kritisierte Albert Bodenmiller(BfH / Linke) diese Einstellung.

Kaufkraftverlust infolge besseren Nahverkehrs?

Einen kleinen Entrüstungssturm löste im Rat die spezielle Begründung gegen eine bessere Anbindung Baisingens an Nagold und Horb aus: Dies würde einen Kaufkraftverlust für Rottenburg bedeuten, fürchtete die Stadtverwaltung. – Mit einer solchen Argumentation müsse man eigentlich alle Verbesserungen im Nahverkehr ablehnen, ätzten da nicht wenige Sprecher/innen aus allen Fraktionen. OB Stephan Neher lenkte darauf ein, der Vorschlag wird nun an den Kreis weitergeleitet.

Durchgesetzt wurde auch der Vorschlag, Bieringen durch eine zusätzliche Buslinie über Eckenweiler an Ergenzingen, möglicherweise auch an Bondorf anzubinden. Auch eine zusätzliche Haltestelle im Bieringer Neubaugebiet fand einhellige Zustimmung. Einstimmig befürwortet wurde vom Gemeinderat die Ausdehnung des VVS-Verbundes nach Ergenzingen, ebenso der Ausbau der Verbindung zwischen Rottenburg und Mössingen. Auf dieser Strecke sollen künftig stündlich Busse fahren. Der Kommentar von Gemeinderat Elmar Zebisch (FB) dazu: „Nach Mössingen will doch koi Sau!“

Mehrheiten kamen auch für die Aufnahme Ergenzingens ins S-Bahn-Netz des Verkehrsverbundes Stuttgart (VVS) und die Prüfung einer Aufnahme in den VVS-Tarif zustande. Aus finanziellen Gründen abgelehnt wurde hingegen der Ausbau der Busverbindung von dort nach Nagold. Aus dem nämlichen Grund wurde auch eine Taktverdichtung zwischen Frommenhausen und Hirrlingen ausgeschlossen. Billigung fand hingegen die Anregung, die Schulbusse von dort deutlich nach 7 Uhr starten zu lassen, damit die Schüler nicht so lange vor der Schule warten müssen.

Bus von Hemmendorf nach Bodelshausen

Befürwortet wurde auch die Einrichtung einer Buslinie zwischen Hemmendorf und Bodelshausen, die dem Rammert-Ort eine wesentlich schnellere Verbindung zur Zollernbahn, nach Hechingen, Balingen und nach Tübingen verschaffen würde.

Rat für neue Buslinien und Anschluss an den Stuttgarter Verbund
Einen Ringverkehr über Oberndorf ins Ammertal und von Wurmlingen direkt nach Unterjesingen wollen Lobbyisten aus den beiden Orten und aus Wendelsheim gerne einrichten. Die Rottenburger Stadtverwaltung befürchtet, dass dies der Linie18 (Tübingen – Rottenburg – Oberndorf, hier beim Halt am Rössle in Wurmlingen), der einzig profitablen unter den Rottenburger Buslinien, schaden könnte. Archivbild: Mozer

Leidenschaftlich wurde im Gemeinderat um eine bessere Verbindung zwischen Rottenburg und dem Ammertal gerungen. Während die Verwaltung der Ansicht war, dies würde möglicherweise die Linie 18 von Tübingen nach Oberndorf schwächen, kam von mehreren Seiten der Wunsch nach einer Direktanbindung Oberndorfs, Wurmlingens und Wendelsheims an die Ammertalbahn. Die am weitesten reichenden Gedanken dazu hatte sich Oberndorfs Ortsvorsteher Karl Schneck gemacht, der einmal mehr seine Idee eines gegenläufig verkehrenden Ring-Busses zwischen Oberndorf, Pfäffingen, Unterjesingen, Wurmlingen und Wendelsheim vortrug. Diese Idee will die Verwaltungsspitze nun immerhin vom Verkehrsplaner des Kreises, Peter Wagner, auf ihre Realisierbarkeit überprüfen lassen.

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19.07.2012, 12:00 Uhr

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