Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Öko-Strom seit 1907

Rathausspitze beim E-Werk in Bad Niedernau

Das E-Werk Stengle in Bad Niedernau, das den ganzen Ort mit Öko-Strom versorgt, war am Donnerstag Besuchsziel der Rottenburger Rathausspitze.

19.10.2012
  • Hete Henning

Bad Niedernau. Im März vergab der Gemeinderat an das Elektrizitätswerk Stengle eine neue Konzession, die es dem Familienunternehmen erlaubt, das örtliche Stromnetz ab 2013 für weitere 20 Jahre zu betreiben. Dem Mehrheitsbeschluss vorangegangen war ein zähes Ringen, denn auch die Energieversorgung Rottenburg (EVR), in der die Stadtwerke und die Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW) kooperieren, hatte sich um die Konzession beworben. Während Oberbürgermeister Stephan Neher die EVR-Bewerbung favorisierte, stellte sich quasi ganz Bad Niedernau hinter den Familienbetrieb Bürkle, der das kleine Elektrizitätswerk 1990 übernommen und seither etwa 2,7 Millionen Euro in den Ausbau seiner Anlagen investiert hatte.

Insofern hatte der gestrige Besuch der Verwaltungsspitze mit OB Neher, Erstem Bürgermeister Volker Derbogen und Kämmerer Berthold Meßmer auch eine politische Dimension. Für die Zukunft, sagte Juniorchef Frank Bürkle, hoffe das E-Werk Stengle „auf sehr gute vertrauensvolle, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung“ sowie auch auf deren tatkräftige Unterstützung. Der Besuch, sagte Neher zum Abschied, „war ein guter Anfang“.

Seit 1907 produziert das E-Werk Stengle in Bad Niedernau Strom aus Wasserkraft. Wurde anfangs nur das „Bad-Hotel“ mit Elektrizität aus einer Francis-Turbine versorgt, die auch jetzt noch läuft, wenn der Neckar genügend Wasser führt, liefert das Unternehmen heute Strom aus regenerativen Energien für den ganzen Ort und auch über dessen Grenzen hinaus: Knapp 300 Haushalte in Bad Niedernau hängen am Stengle-Netz, dazu kommen Großabnehmer wie das Klärwerk und die Römerquelle sowie laut Frank Bürkle etwa 150 Kunden vor allem in anderen Rottenburger Stadtteilen, die ebenfalls Öko-Strom aus Bad Niedernau wollen. Preislich könne der Familienbetrieb mit den großen Stromanbietern durchaus mithalten.

Rathausspitze beim E-Werk in Bad Niedernau
Oberbürgermeister Stephan Neher und Volker Derbogen (Mitte) ließen sich gestern von Frank Bürkle (2. von rechts) das über 100 Jahre alte Flusskraftwerk in Bad Niedernau erklären. Ganz rechts Seniorchef Rolf Bürkle, ganz links Bad Niedernaus Ortsvorsteherin Kirsten Stiegler.

Jährlich 2,9 Millionen Kilowattstunden Strom produziert das E-Werk Stengle an seinen verschiedenen Standorten, laut Bürkle genug für 900 Haushalte.

2,6 Millionen davon werden mit Wasserkraft generiert: Die Francis-Turbine in Bad Niedernau wurde 1954 durch eine Kaplan-Turbine ergänzt, macht zusammen etwa 1,3 Millionen Kilowattstunden. Etwa genauso viel Strom liefert ein zweites Stengle-Flusskraftwerk in Horb-Mühlen.
Mit zwei Photovoltaikanlagen in Mühlen produziert das E-Werk weitere 100 000 Kilowattstunden.

Nochmals 200 000 Kilowattstunden kommen über die Beteiligung an einem Offshore-Windpark in der Nordsee.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

19.10.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball