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Energien sparen und bündeln

Ratsmehrheit stimmt dem Beitritt Empfingens zur Energieagentur Horb zu

Eigentlich wollte die Gemeinde Empfingen schon am 28. Februar der Energieagentur Horb beitreten. Doch damals wurde dieser Tagesordnungspunkt im Gemeinderat vertagt, da in der nicht öffentlichen Vorberatung Fragen offen geblieben waren.

05.04.2012

Von Reinhard Seidel

Empfingen. Am 27. März hat Eutingen diesen Schritt schon getan und am Dienstag beschloss der Empfinger Rat ebenfalls, Gesellschafter dieser gemeinnützigen GmbH zu werden. Die Gesellschaft ist in Horb im Dezember gegründet worden. Die zweite Gesellschafterversammlung ist laut Bürgermeister Albert Schindler am 20. April terminiert und der offizielle Start folgt am 1. Juli. Wie berichtet, hat sich die Stadt Horb zum Ziel gesetzt, im Jahr 2050 eine klimaneutrale Kommune zu sein. Das bedeutet, dass die Stadt nicht mehr Kohlendioxid ausstößt, als durch Energieschutz eingespart wird.

Ziele und Aufgaben der Energieagentur

Die Verwaltung hatte den Empfinger Gemeinderat in einer Anlage mit Informationen über die Energieagentur Horb gefüttert. In dem Papier heißt es, ein Ziel der Gesellschaft sei, dass „der Gedanke verantwortungsvollen Handelns im Bereich des Klimas und Umweltschutzes über die Grenzen der Stadt hinaus ins Bewusstsein weiterer Kommunen getragen werden? soll. Und zwar dadurch, dass diese sich „in gleicher Weise wie die Stadt? als Gesellschafter einbringen.

Das Stammkapital, das Empfingen beisteuert richtet sich nach der Einwohnerzahl und beträgt 4000 Euro. Finanziert wird es im Haushalt aus der Stelle „Einzelmaßnahmen im Rahmen Empfingen 2025? (siehe auch Kasten). Weitere Gesellschafter sind die Kreissparkasse, die Raiffeisenbank und die Volksbank. Insgesamt besitzt die gGmbH ein Stammkapital von 40 000 Euro. Zur Finanzierung von Aufwendungen werden Erträge und Zuschüssen erwartet. Verluste müssen die Gesellschafter bis zu 200 Prozent des Stammkapitals tragen.

Die Energieagentur Horb sieht ihre Aufgaben im Bereich regenerativer Erzeugung und effizienter Energieeinsparung im wesentlichen in

Der Öffentlichkeitsarbeit

Der Organisation von Veranstaltungen und Beratungen (zum Beispiel von Schulen, Kindergärten), um das Bewusstsein zu schärfen

Der Darstellung von Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten

Fortbildungen für Fachberater, Anwender und Nutzer

Der unabhängigen (Erst-)Beratung

Der Erstellung von Diagnosen und Maßnahmeplänen und

Der Koordinierung bereits vorhandener kommunaler und privater Initiativen

Geleitet wird die Agentur von einem hauptamtlichen Geschäftsführer, der die Bezeichnung Klimaschutzmanager trägt. Ihm steht ein Sekretariat zur Seite, das in gemieteten Räumen in Horb eingerichtet wird. 65 Prozent der Ausgaben für den Geschäftsführer in den ersten drei Jahren finanziert der Bund. Das Sekretariat soll Personal der Stadt übernehmen.

Kooperiert wird mit der Klimaschutzagentur Reutlingen, die schon seit Jahren im dortigen Kreis erfolgreich arbeitet. Das Sekretariat soll gemeinsam sein, so dass Urlaubsvertretungen organisiert werden können. Die Reutlinger Agentur soll die Horber- am Anfang unterstützen und für sie gewisse Leistungen erbringen.

Die Agentur will den Kommunen auch ein „kommunales Energiemanagement? für deren Gebäude anbieten. Monatlich wird der Energieverbrauch analysiert und Hausmeister sollen beraten werden. Um dies zu finanzieren, müssen die Gemeinden Geld in ihrem Etat einstellen. Ausgeweitet werden soll dieses Angebot auf Wohnungsbaugesellschaften, Mietimmobilien, kulturell genutzte Gebäude und auf Immobilen von Unternehmen.

Kontrolliert wird der Erfolg der Energieagentur über ein „Informations und Controllingssystem zur Dokumentation der CO2-Einsparung?. Die Daten müssten erfasst werden, Klimaschutzkonzepte der Kommunen in „Aktionspläne mit konkreten und messbaren Zielen umgesetzt werden?.

Der Gründung der Energieagentur Horb haben das Regierungspräsidium, die Handwerkskammer Reutlingen und die IHK-Nordschwarzwald zugestimmt. Die Unternehmen profitieren von den energetischen Sanierungen.

Andreas Seifer erklärte, dass er dem Beitritt nicht zustimmen könne. Dies sei zu früh, für ihn seien noch einige Fragen ungeklärt. Neun Gemeinderät(innen) stimmten für den Beitritt, fünf dagegen.

Die Empfinger Energie-Agentur brachten Ralph Munz (links) und Peter Haas ins Rollen. Nun verschmilzt die Empfinger- mit der Horber Agentur .Archivbild: sei

In Empfingen hatte sich schon im Juli eine Energieagentur formiert. Ursprünglich stammte der Vorschlag von Ralph Munz, dem Vorsitzenden des Industrie-, Handels- und Gewerbevereins (IHGV), der auch in den Arbeitsgruppen Empfingen 2025 vertreten war. Munz transformierte die Idee zunächst in die Hauptversammlung der Unternehmer und im Juli luden er und Peter Haas, ein Mitstreiter aus den Arbeitskreisen, zu einer Infoversammlung ins Feuerwehrhaus ein, wo sich „Meine Empfinger Energie-Agentur“ formiert hat. Der Horber Energieberater Thomas Pischner von der Verbraucherzentrale bietet seither im Rathaus Energieberatungen an, im Gemeindeblatt werden Tipps zum Energiesparen veröffentlicht. Am Dienstag lobte Bürgermeister Schindler das Engagement von Munz. Auf Dauer dürfe man den Einsatz, den der Teehändler an den Tag legt, ihm nicht zumuten. Hinzu komme, dass die Horber Agentur von Fachleuten geführt wird, umfangreicher agiert und Fördermittel bekommt.

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Erstellt:
5. April 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
5. April 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. April 2012, 12:00 Uhr

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